Stanley Coopersmith (Clint Howard) ist ein Außenseiter wie er im Buche steht und bekommt dies von seinen Mitschülern an einer Militärschule zu spüren. Als seine Kollegen es zu weit mit ihren Neckereien treiben, gelingt es Stanley mit Hilfe seines Computers das Böse zu beschwören und so nimmt er blutige Rache an seinen Peinigern.
Ja gut, so ganz neu ist die Story nun nicht. Die Parallelen zu "Carrie" und anderen Außenseiterrächergeschichten sind offensichtlich, aber mich stört das bei diesem Streifen nicht im Geringsten. Ich bin sehr angenehm überrascht, denn der Titel und das Cover (von X-NK) haben mich Schlimmes erahnen lassen. Langeweile kam trotz einiger gemächlicherer Szenen bei mir nicht auf.
Der Film nimmt sich sehr viel Zeit, um die Charaktere und ihre Beziehungen zueinander aufzubauen, wobei ich allerdings zugeben muss, dass viele Figuren typische Klischees erfüllen. So gibt es neben dem armen Würstchen, die fiesen Mitschüler und Lehrer, die in die selbe Kerbe schlagen. Andere Charaktere wie der ebenfalls recht gemeine Geistliche oder der sympatische Koch sind dann eher ungewöhnlich.
Die Identifikationsfigur des Films ist der Außenseiter Stanley Coopersmith, der äußerst überzeugend von der B-Movie Legende Clint Howard verkörpert wird. Mich hat es schon sehr mitgenommen, wenn er mit Tränen in den Augen psychische und physische Gewalt wegstecken muss und rührend schön sind die Szenen, in denen ihm ausnahmsweise soetwas wie Liebe entgegengebracht wird, wenn beispielsweise der Koch sich um ihn kümmert und Stanley dies mit einem ehrlichen Lächeln quittiert.
Interessant finde ich die Idee, dass er mittels traditioneller Beschwörung und moderner (nunja, wenn man den Computer von ihm sieht, schmunzelt man heute wohl eher, aber damals war der Kasten modern) Technik Kontakt zum Bösen aufnimmt. Das ist mal was anderes.
Der Gorehound wird sicherlich enttäuscht sein, denn 3/4 des Films handeln von nichts anderem als oben angerissen. Nur am Ende kommt es dann zum großen blutigen Finale, wobei auch hier die Einflüsse von "Carrie" (Stichwort Turnhalle) nicht zu übersehen sind. Hier gibt es dann gut getrickste Enthauptungen (der quasi explodierende Kopf gefällt mir besonders) oder ein einfallsreiches Aufräumkommando in Form von gefräßigen Wildschweinen. Klasse ist auch die Idee, mit dem Nagel, der sich von dem gekreuzigten Abbild Jesu löst und Platz im Kopf des Pfaffen findet.
Sehr gelungen finde ich auch die Musik, vor allem die Stücke, in denen sich ein Chor zu Worte meldet und in "Das Omen"esker Art lateinische Vokabeln zum Besten gibt. Das passt ausgezeichnet.
Insgesamt kann man über diesen Film geteilter Meinung sein. Manch einer mag ihn als langweilig empfinden und ein anderer als billiges "Carrie"plagiat abstempeln. Mir aber hat dieses Filmchen gefallen und der gute alte Clint wird mir in dieser Rolle noch länger in Erinnerung bleiben. Vielen Dank dafür an den DVD-Vertrieb mit dem großen X in der Firmenbezeichnung.