Review

Es gibt Filme, die vermutlich nur zu einer bestimmten Zeit entstanden sein können. Der von Eric Weston inszenierte „Evilspeak“ ist so einer. Stanley Coopersmith wird an der Militärakademie gemobbt, mithilfe eines Computers startet er eine satanische Beschwörung und sinnt auf Rache. Das klingt dämlich, ist es auch, macht aber irgendwie Laune. Wenn sich Stanley mit seinem klobigen EDV-Equipment aus den frühen 1980er Jahren im Verlies tummelt, dann hat das durchaus was in dieser Variante von „Carrie“ (1976). Mitschüler wie Vorgesetzte sind natürlich fast ausnahmslos Arschgeigen, Stanley selber ist allerdings auch nicht gerade der Held. Identifikation bei mir jedenfalls Fehlanzeige, unterhaltsam ist das ganze Szenario dennoch auf eine Art und bietet immerhin im Finale Blut und Feuer, davor ist der Streifen bis auf ein paar Ausnahmen wenig zeigefreudig.

Dafür passt die Ausstattung, gerade die Kellerräume machen was her mit den Spinnweben, alten Büchern und dem schummerigen Licht. Wer auch immer die ganzen Kerzen am Brennen hält. Auch die Tonspur macht sich ganz gut, der Score von Roger Kellaway trägt zur Atmosphäre bei, gleiches gilt für das Flüstern und die Gesänge, welche die teuflische Präsenz begleiten. Die Spielereien auf dem Bildschirm sind amüsant, erzählerisch gibt sich das Werk eher frei von Überraschungen. „Evilspeak“ ist kein sonderlich cleverer Vertreter seiner Art, auch nicht hinsichtlich seiner Figurenzeichnung oder der generellen Konstruktion. Er geht geradeaus, will seine eine Idee umsetzen und zum durchaus spaßigen Finale kommen. Und das schafft er ja irgendwie. 

„It's a tough world out there.“

Bekloppt, aber nett. 

Details
Ähnliche Filme