Zwischen dem ersten erwähnenswerten Werwolffilm „Wolfsmensch“ (1941) und dem, der Maßstäbe in Sachen Kostüm und Verwandlung setzte („American Werewolf) (1981) vergingen rund vier Jahrzehnte, in denen dieses Subgenre zwar immer wieder aufgegriffen wurde, jedoch selten größere Erfolge beim Publikum feiern konnte.
Auch vorliegender Streifen ging weitgehend unter, da er zwischen Satire und reinem Horror keinen überzeugenden Mittelweg einzuschlagen vermochte.
Der Journalist Jack Whittier befindet sich mit der Tochter des US-Präsidenten in Budapest, als er von einem Wolf gebissen wird. Zurück im Kapitol und an der Seite des Präsidenten als Pressesprecher macht Jack eine beängstigende Veränderung durch: In Vollmondnächten tötet er Menschen und kann sich am nächsten Tag nur vage daran erinnern. Als ihm der Fluch des Werwolfs bewusst wird, befinden sich seine Freundin und der Präsident bereits in größter Gefahr…
Der Einstieg gestaltet sich direkt ein wenig spooky, als Jack mit Anhang in einem nächtlichen Waldstück strandet und kurz darauf ein starr blickender Einheimischer am Wegesrand erscheint. Auch die darauf folgenden warnenden Worte einer Zigeunerin verfehlen nicht ihre Wirkung, doch als Jack zurück in Washington ist, konzentriert sich die Erzählung überwiegend auf politische Strategien und bindet das nächtliche Töten des Werwolfs am Rande ein, um politischen Druck auf den Präsidenten zu erzeugen.
Dieser gibt als Figur wesentlich mehr her, als unser Werwolf, denn für einen US-Präsidenten lässt sich der Kerl recht häufig auf das Niveau des Fußvolks hinab, versucht klemmende Klotüren zu öffnen, krabbelt einer Bowlingkugel hinterher oder verhaspelt sich bei einer Rede.
Jack überkommt hingegen zunehmende Panik, denn er ahnt von seiner dunklen Seite und warnt einige Leute im weißen Haus, die seine Worte jedoch nicht allzu ernst nehmen.
Die wenigen Übergriffe auf seine Opfer gestalten sich indes komplett unspektakulär, sondern eher mit leichtem Schmunzeleffekt. Passant latscht eine Straße entlang, die Kamera zoomt das Gesicht heran, ein Schrei, Schnitt. Von Gewalteffekten fehlt weit und breit jede Spur und ein wenig Action kommt erst auf, als der Werwolf ein Opfer in einer Telefonzelle überfällt und diese bei der Gelegenheit gleich umkippt.
Auch die Verwandlungseffekte sind nicht gerade das Gelbe vom Ei, denn Dean Stockwell offenbart während selbiger ein gnadenloses Overacting und auch die Maske macht aus ihm eher einen Punk-Pudel mit Fönfrisur als eine bedrohliche Bestie: Ein paar graue Flusen auf der Hand, Perückenteile ums Gesicht geklebt, Hautfarbe etwas angeschwärzt und Nase schwarz gemalt, schon steht der Werwolf mit seinem tapsigen Gang und den fast schon knuffigen Pfötchen, was im Gesamtbild natürlich erheitert, als irgendwie Gruselatmosphäre zu verbreiten.
Immerhin zündet bisweilen ein wenig Situationskomik, wie beim Kegeln oder beim Treffen mit einem chinesischen Minister im Helikopter, doch zu selten werden politische Vorgänge treffend aufs Korn genommen und zu wenig Action bringen die Aktionen des Werwolfs ins Spiel, um das Treiben ein wenig bunter zu gestalten.
Denn hier nimmt der Werwolf eher das Synonym politischer Zwiespältigkeit ein, als in eigenständiger Form Angst und Schrecken zu verbreiten, - insofern kann er von Genrefans kaum ernst genommen werden, alle anderen dürften zu selten von dem harmlosen Humor profitieren.
4,5 von 10