Der fürchterlich reißerisch anmutende Titel, hat leider zum Teil Recht. Es sind zwar keine Frauen die zum Wahnsinn gequält werden, sondern nur eine, aber das hat es in sich. Wer jetzt aber hofft, das er hier endlich mal eine vernünftige Folterorgie zu sehen bekommt, sollte sich allerdings besser auf einschlägigen Seiten rumtreiben.
Minou wird eines Nachts von einem Mann überfallen. Er wirkt entschlossen und sie glaubt ,dass es ihr an den Kragen gehen wird.
Er lässt aber schon bald von ihr ab und teilt ihr lieber mit, das ihr Ehemann ein Mörder sein. Beweise in Form einer Tonbandaufnahme, hört sie schon bald über das Telefon. Um ihren Mann zu schützen, will sie alles tun um an die belastende Aufnahme zu kommen. Dies nutzt er aus, um ein perfides Spiel mit ihr aufzuziehen.
Luciano Ercoli, der hier seinen ersten Film ablieferte, zieht schon direkt zu Beginn seiner kurzen Karriere alle Register. Da er im weiteren Verlauf zwei lupenreine Gialli mit ähnlicher Cast & Crew drehte, wird auch dieser Film gerne dazu gezählt. Es sind zwar durchaus Anleihen zu erkennen, aber diese sind nicht so prägnant, das man Dieses so stehen lassen könnte. Hier sind eher Vergleiche zu Hitchcock zu erwähnen. Einmal ist eine Menge Suspense gegeben und auch die Storyline findet man eher beim Altmeister wieder.
Allerdings ist "Forbidden Photos of a lady above suspicion" auch hier kein Klon, sondern mischt die Dinge eher.
In ruhigen Bildern, aber mit einer exzellenten Kameraführung, wird die Geschichte erzählt. Der Spannungsgehalt ist verdammt hoch, da man sich meist unsicher ist wie die Dinge verlaufen werden und welches Spiel hier gespielt wird. Hinzu kommen hervorragende Sequenzen des Psychothriller, die in einem tollen Finale münden.
Die Darsteller sind ebenfalls superb. Dagmar Lassander spielt die von Angst und Wahnsinn gequälten Frau außerordentlich gut und Nieves Navarro gibt ebenfalls eine Glanzleistung ab. Der weitere Cast agiert zusätzlich sehr gut, wo natürlich auch besonders der Gialloveteran Simon Andreu erwähnt werden muss. Musikalisch unterlegt wird das Ganze von Ennio Morricone. Krimifan, was willst du mehr.
Normalerweise braucht man es nicht erwähnen, aber die Empfehlung gilt natürlich nur für Leute, die sich mit Filmen aus den 60ern und 70ern beschäftigen.