Review

Chok-Dee basiert auf der Biografie des elfmaligen Muay Tai-Weltmeisters Dida Diafat, der hier auch praktischerweise mehr oder weniger sich selbst spielt. Recht gut erzählt entpuppt sich der Film als eine durchaus unterhaltsame Martial Arts-Biografie mit ordentlichen Kickbox-Kämpfen.

Wieder einmal landet Ryan (Dida Diafat) hinter Gittern - und selbst im Knast bringt ihm sein aufbrausendes Temperament Ärger ein. Erst in Jean (Bernard Giraudeau) findet er seinen Meister: Der Langzeitknacki beherrscht die Kunst des Thai-Boxens. Als Ryan freikommt, folgt er Jeans Rat und reist nach Thailand, um an einer der besten Kampfsportschulen zu lernen. Mit Geduld und Disziplin erwirbt er die Gunst, an der Ausbildung teilzunehmen - obwohl Ausländer dort unerwünscht sind. Ryan hat schon einige Kämpfe bestritten, als Jean eintrifft: Er sucht den "Freund", der ihn einst in den Knast brachte...

Dida Diafat vermittelt seinen Part recht authentisch, da er einiges, was im Film geschildert wird, selbst erlebt hat. Auch in den Kämpfen beweißt er sein Können. Insgesamt eine zufriedenstellendes Leistung von Diafat. Auch Bernard Giraudeau (Lau Boum) macht seine Sache ordentlich, während Florence Vanida F. (The Siam Renaissance) mehr oder weniger nur der Love Interest ist, wenngleich ihr Part nicht unbedeutend ist.

Regisseur Xavier Durringer (Die Skrupellosen) schildert die Begebenheiten mit dem nötigen Tempo und vermeidet auch Unlängen. Lediglich Ryans Wartezeit vor den Toren der Kampfsportschule hätte man etwas kürzer gestalten können. Ob nun die Nebenplots mit Jeans Tochter, dem thailländischen Unterweltboss sowie den illegalen Kämpfen auf Diafats Biografie beruhen oder nicht, kann ich nicht sagen. Wohlmöglich wurden sie auch nur eingebaut, um das Szenario etwas interessanter zu gestalten. So kommt wenigstens selten Langeweile auf und man verfolgt das Geschehen interessiert mit. Auch in Sachen Atmosphäre beweißt Durringer ein glückliches Händchen, da er das Flair Thailands gut vermitteln kann. Ein wenig nervig ist hingegen die thailändische Mucke während der Turnier-Kämpfe, die an Lautstärke zunimmt, je länger das Gekloppe dauert. Dieses wurde von Durringer und Muay Thai-Experte Diafat dem Szenario entsprechend eindrucksvoll in Szene gesetzt. Natürlich bekommt man hier keine Ästhetik a'la Jet Li oder Jackie Chan geboten, denn hier wird Wert auf realistische Konfrontationen gesetzt. Ein wenig wird man auch an Karatetiger 3 - Der Kickboxer erinnert, wenngleich sich das Szenario sich nicht so peinlich und klischeehaft wie dort gestaltet. Die durchaus authentische Story unterstützt die Kämpfe noch und hält den Zuschauer mit einer kleinen Portion Spannung bei der Stange. Ob es Jean nun wirklich gegeben hat und ob er bei Diafats Siegeskampf im Publikum erstochen wurde, mag mal dahingestellt sein, doch versucht Derringer hier genau wie mit den oben erwähnten fragwürdigen Plots die Spannung beizubehalten. Obs nun so gewesen war oder nicht - mich interessierts nicht allzu sehr.

Unterm Strich ist Chok-Dee eine druchaus gelungene Kickbox-Biografieverfilmung, wo auch der Algerier Diafat schauspielerisch gute Arbeit verrichtet. Eine schöne Abwechslung zu den üblichen billigen Brutalo-Karate-Schinken ist es allemal.

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