Die Kritik beruht auf der ungekürzten DVD-Fassung von Screen Power!
Wenn Tony Randel ("Children Of The Night") auf dem Regiestuhl sitzt und Brian Yuzna als ausführender Produzent fungiert, darf der Zuschauer auf einiges gefasst sein!
Nur eines vorweg: die FSK:16-Freigabe für diesen derben Tierhorror beweist wieder einmal, wie willkürlich Altersfreigaben bei der Deutschen liebsten Filmbewertungskommission vergeben werden.
Bei "C 2 - Killerinsect" lässt Regisseur Randel - sprichwörtlich - die Fetzen fliegen und der Splattergehalt steigt von Minute zu Minute!
Eine höhere Einstufung wäre hier durchaus gerechtfertigt gewesen, doch solange in den Augen hiesiger Sittenwächter die Gewalt nur von Tieren ausgeht, wird es empfindsame Jugendliche sicher nichts ausmachen, zu sehen, wie Köpfe und Brustkörbe platzen und schmatzend in Gedärmen gequirlt wird.
Der Film selbst ist eine der vielen typischen B-Movie-Produktionen: für wenig Geld produziert und schnell auf den - zur damaligen Zeit - Videomarkt geworfen um größtmöglichen Reibach zu machen.
Doch wo andere Werke solchen Kalibers einfach nur schlecht oder unfreiwillig komisch wirken, stellt "C 2" trotz seiner stereotypischen Charaktere und den altbekannten Klischees eine angenehme Überraschung dar:
Zugegeben, die schauspielerischen Leistungen schwanken auch hier bei den meisten Darstellern des durchweg unbekannten Ensembles zwischen kaum vorhanden und maßlosem Overacting, die Charaktere der verschiedenen Jugendlichen, denen in freier Natur im Rahmen einer Therapie geholfen werden soll, sind entweder eindimensional oder klischeehaft und auch die Dialoge sind teilweise zum Kopfschütteln. Und da das tierische Spektakel in den tiefsten Wäldern spielt, dürfen auch die Hinterwäldler mit ihren schmutzigen Zähnen nicht fehlen, die sich mit dem Anbau von Marihuana ein nettes Zubrot verdienen.
In diesem Zusammenhang kommen wachstumsfördernde Steroide zum Einsatz, die nicht nur für eine gute Ernte, sondern auch für Mutationen bei Mutter Natur sorgen.
Soweit die Handlung, die auch kaum der Rede wert ist.
Doch was der Regisseur und sein Drehbuchautor daraus gebastelt haben verdient schon Respekt!
Ungeachtet jeglicher Klischees und streng den Gesetzen des Genre folgend, wird dem Zuschauer nach einer kurzen Einleitung der Charaktere eine Splatterorgie serviert, die in solch einem Ausmaß kaum in einem Film dieses Genre zu finden ist!
Die Effekte und die Animation der auf Pancake-Format mutierten Zecken sind billig, aber wirkungsvoll. Ob Zeckenbisse, zermatschte oder abgefackelte Zecken, Shoot-Outs oder Deformationen - hier fließt das Blut in Strömen und die Kokons mit ihrem grünen Schleim sorgen für zusätzlichen Ekel.
Die Gefahr geht nicht nur von den Zecken aus, sondern auch noch von einem Waldbrand und Drogengangstern, die vielmehr auf dem Kerbholz haben als nur den Anbau von Hasch.
Und so wechseln sich Schrecken und sogar Spannung mit etwas Humor ab, wobei die eine oder andere Szene zwar skuril, aber niemals unfreiwillig komisch wirkt.
Das alles ist handwerklich sauber inszeniert, auch wenn bei einer Schlägerei die Laute des Schlages asynchron zum eigentlichen Schlag sind.
Ansonsten wirkt "C 2" für eine preisgünstige Produktion aufwendig und abwechslungsreich und endet in einem feurigen Finale und mit der Aussicht auf eine Fortsetzung, die es meines Wissens - leider - niemals gab!
Wer auf Tierhorror steht und wieder einmal etwas Derbes sehen möchte, dem ist dieses schräge B-Movie unbedingt zu empfehlen!