Review

„Ich bin deine Mutter!“

Das Regiedebüt des ansonsten vornehmlich in erster Linie als Drehbuchautor auftretenden Kanadiers Jim Makichuk, der darüber hinaus lediglich fürs Fernsehen Regieaufträge übernahm, lautet „Windigo“ bzw. „Ghostkeeper“, datiert auf das Jahr 1982 und ist ein Horrorfilm, der sich einer Legende amerikanischer Ureinwohner widmet: der des Wendigos. Dabei handelt es sich um eine Art Geist, der in den Wäldern Menschen befällt und sie in hungrige Monstren verwandelt.

In der Silvesternacht machen Marty (Murray Ord, „Runaway – Spinnen des Todes“), Jenny (Riva Spier, „Rabid“) und Chrissy (Sheri McFadden) einen Ausflug mit dem Schneemobil durch ein ihnen unbekanntes Waldgebiet. Sie stoßen auf ein nur scheinbar verlassenes Hotel, in dem sie vor einem aufziehenden Unwetter Unterschlupf suchen. Doch das alte Hotel ist bewohnt, die Hauswirtin (Georgie Collins, „Rad“) lebt dort mit ihrem Sohn (Les Kimber, „Superman III – Der stählerne Blitz“). Jenny traut dem Ganzen nicht so recht und prompt ist Chrissy am nächsten Morgen spurlos verschwunden, zudem das Schneemobil nicht mehr fahrtauglich. Man sitzt in der unwirtlichen Umgebung fest und wird mit einem grauenerregenden Geheimnis konfrontiert…

„Windigo“ ist einer dieser unprätentiösen Chiller, die nicht viel mehr vom Zuschauer verlangen, als sich entspannt zurückzulehnen und sich ein wenig zu gruseln. Sonderlich mitdenken muss man nicht, man darf sich berieseln lassen und das aufgrund des winterlichen, schneereichen Ambientes am besten in einer dunklen, verschneiten Nacht. Die großartig von Georgie Collins verkörperte Hauswirtin sorgt für wohligen Grusel und wird von einer bedrohlichen Aura umgeben. Wie der Hase läuft, ahnt man schnell und während man sich am klassischen Gruselhaus-Aufbau, an der langsamen Erzählweise und der gelungenen Atmosphäre ergötzt, ist dann leider doch recht bald etwas die Luft raus und das Filmvergnügen hat mit einigen Längen zu kämpfen. Unterbrochen werden diese durch ein paar wenige blutige Todesszenen. Mitfiebern lässt sich am ehesten mit Jenny, während Marty schnell die Rolle des Unsympathen zuteil wird. Trotz der weitläufigen Landschaften entsteht ein Gefühl der Klaustrophobie, des Ausgeliefertseins. Eine wahrhaft garstige Wendung am Ende stimmt versöhnlich und die Pointe setzt den Schlusspunkt dieses kleinen, dann und wann ein wenig an „Shining“ erinnernden, sympathischen Films, den zu entdecken entsprechend geeichten Genrefans sicherlich Freude bereiten dürfte. Zu müde oder aufgekratzt sollte man beim Filmgenuss jedoch nicht sein.

Details
Ähnliche Filme