Review

Ganz schön käsig, was manche B-Horrorfilme aus den 80ern so bieten.
Denn neben dem unausweichlichen Anblick haarsträubender Kleidung und unmöglicher Frisuren, tauchen diese auch noch im Rahmen einer trashigen Geschichte auf.
Wie in „Witch Bitch“, dem billig inszenierten Horrorstreifen von Michael Fischa.

Schauplatz ist ein großer, computergesteuerter Fitnessclub. Der Besitzer Michael wird von seiner toten Frau heimgesucht und um ihm zu zeigen, wer die dicksten Dinger stemmen kann, müssen auch ein paar Gäste dran glauben.

So richtig in Gang kommt der Streifen aber erst gegen Ende, bis dahin wird zu wenig verunfallt, aber viel getanzt und nackte Haut (zumindest ansehnlicher) Damen gezeigt.
Zu Beginn eine Erblindung durch austretendes Chlor, ein Einblick in die computergesteuerte Zentrale (völlig unglaubwürdig, besonders für das Jahr 1988), die vom zwielichtigen Schwager Michaels betrieben wird und Fitnessladies unter der Dusche, - immerhin lösen sich dabei ein paar Kacheln von der Wand, denn ansonsten entspricht Bewegung im Film einigen belanglosen Tanzchoreographien mit typischer 80er Mucke.

Hauptfigur Michael glaubt zunächst an Sabotage, was unter anderem tatsächlich betrieben wird, allerdings ohne Todesfälle, sieht in kurzen Flashbacks seine Frau, die sich selbst abfackelt und ein gemütlicher Cop ermittelt auch noch halbherzig.
Das ist zwar halbwegs nett anzusehen, aber zu keiner Zeit spannend.

Richtig trashig wird es aber, wenn Michael doch an Aktivitäten seiner toten Frau glaubt und einen Parapsychologen konsultiert.
Dieser geht mit einem Flackerstab über einen Ring der Verstorbenen und kann natürlich sofort Details aus ihrem Leben berichten.
Hätte er den Stab Michael in den Pöter gesteckt, könnte er wahrscheinlich sagen, was der vor fünf Jahren zum Erntedankfest gegessen hat.

Aber unlogische und unwahrscheinliche Sachverhalte erhöhen bisweilen auch den Spaßfaktor, denn am Ende wird nicht wirklich klar, ob der Geist der Toten nun selbst die Morde ausführt, oder ihren Zwillingsbruder in ihrem Geiste handeln lässt.
Na ja, zumindest wird gemordet und zum Finale fallen diese sogar etwas drastischer aus, da zerfetzt ein Spiegel schon mal den kompletten Kopf einer Frau und auch ein tiefgefrorener Aal darf einem Typen den Hals anknabbern.
Die FX sind durchwachsen, das Blut spritzt nicht immer natürlich und Hirnstückchen stelle ich mir anders vor, - zumindest nicht wie Hundefutter in Ketchup.
Insgesamt fallen die Splattereffekte nicht sonderlich drastisch aus und einfallsreich sind sie, bis auf die Aalszene, auch nicht.

Die Darsteller sind, auch für einen B-Film, teilweise unter aller Sau, der Hauptdarsteller mit seiner Mimik fast lethargisch und auch das einzige bekannte Gesicht, Ken Foree, kann in einer Nebenrolle als Fitnesstrainer keine positiven Akzente setzen.
Dadurch wirkt das Treiben auch zu belanglos, überhaupt nicht markanten Schönlingen beim Dahinsiechen zuzusehen, was auf der anderen Seite auch für den Helden und seine Freundin gilt.

Am Ende hat man einen reduzierten Splatterhappen (auch die Uncut-Fassung bietet nicht viel), der mir persönlich kein Leid zugefügt hat, aber auch nicht sonderlich viele Schauwerte liefert. Die halbnackten Damen strecken die Laufzeit und ihre Beine, der Bodycount kommt mir im Nachhinein, trotz geballten Finales, relativ gering vor und nebenher konnte ich noch meinen PC aufräumen, - kein gutes Anzeichen für solide Unterhaltung.
Knapp
4 von 10

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