Review

Silverfox ist mir lange im Gedächnis geblieben als einer der besten 90er Jahre Swordsplay-Filme die ich als Kind sah. Jetzt vor einigen Tagen sagte mir eine erneute Sichtung: Naja, fast so blöd das es wehtut aber immerhin anschaubar und mit einigen lustigen Ideen versehen. Nur der Überflieger der in meinem Kopf rumgeisterte ist futsch. Die heile Welt zerstört, sozusagen.

Beautyboy Andy Lau die Locke der Lüste und traum jedes Asia-Schoolgirls kämpft hier als liebeskranker Kasper mit ausfahrbarem Wabbelschwert im Pokeball und allerlei anderen skurillen Waffen um seine Liebste (Paradisa (!) in der deutschen Synchro) gespielt von Anita Mui. Paradisa wird vom grauschöpfigen mysteriösen Schönling Silverfox verfolgt der Rache an ihr nehmen will für seines Meisters Willen welcher von der messerwerfenden Dame seine Augen sowie sein Gesicht als Auftragskiller verlor.

Was hier mal gar nicht geht ist die seltsame Vermischung von Fantasy, Neuzeit & Sci-Fi Elementen. Kein Plan wo der Kram hier spielen soll. Einerseits werden uns potthäßliche New York artige Umgebungen präsentiert, schmutzige Bahnhofsklos und Kneipen, andererseits wird in Schlössern mit unsterblichen Prinzessinen gekloppt sodass hier irgendwie nichts zusammenpasst. Bescheuerter HK-Humor der Marke "Subtil Minus-10" paart sich mit Schaufensterpuppen abschlachten, Zauberqualm in die Nase koksen und anschließendem durch Menschen durchspringen und anderem Blödsinn. Der zarte Andy sucht den meisten Film über seine Geliebte Paradisa welche sich aber vor ihm versteckt, da Diese von einer Gefährdung durch den Silberfuchs ausgeht.

Wenn dieser Freak dann auftaucht geht es meistens heiß her. Eingeatmeter bunter Rauch verwandelt ihn nämlich in einen weißgeschminkten Tuntenkämpfer mit purpurnen Augen (Ein Werwolf, will uns die Deutsche Fassung weissmachen). Es wird mit "Atemnot-Kanonen" herumgeballert, das sich der Bildschirm grau färbt, der Gegner wird im Spiegel eingesperrt als wär's das normalste der Welt und was weiss ich noch alles. Leider geht die Action hier viel zu selten ab, das Geflenne und Geheule der Protagonisten überwiegt in der eher beknackten Love-Story.

Ziemlich amüsant hingegen ist dann noch Anita Mui in ihrer Doppelrolle. Diese spielt hier nämlich auch Paradisas Zwillingschwester die mit ständigen Blödeleien für erregende Heiterkeit sorgt. Dabei ist der gebotene HK-Humor diesmal dermaßen Over-the-Top, sowas sieht man sonst nur in Cartoons. Handgranate auffangen und explodieren macht gemäß nach "Looney Tunes" auch hier nur ein schwattes Gesicht, und Bügeleisen mit Telefon verwechseln ist auch für nen Lacher gut. Das alles mit der eher melancholischen Musik, der allgemein trübseligen Atmosphäre und dem ständigen Liebesgeplänkel, lässt "Silverfox" zu einem eher zwiespältigen aber teils auch unterhaltsamen Vergnügen werden.

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