Review

Inhalt:

China, im frühen 20. Jahrhundert, nach der bürgerlichen Revolution. Die junge Republik ist durch Warlords im Norden, die ihre eigene Herrschaft ausüben, gefährdet. Waffenschmuggler versorgen die Warlords mit Kriegsgerät, und die republikanischen Polizei-Behörden versuchen dem Einhalt zu gebieten.

Der Polizei-Offizier Lu Sao Yung ("Dorian" Tan Tao Liang) erhält einen entsprechenden Auftrag.
Eher willkürlich nimmt er den Spieler und Womanizer Chen Sao Wang ("Don" Wong Tao) fest. Dieser soll ihn beim Kampf gegen die Waffenschmuggler unterstützen. Zuvor bittet ihn Chen Sao Yung um einen Gefallen, und Lu kommt dieser Bitte nach.
Beide Männer bündeln ihre Kräfte. Es geht gegen den skrupellosen Chef der Schmuggler, Master Sung Tin Pao (Chang Yi).
Lu und Chen kommen den Schmugglern durch die Geliebte Chen´s, der Mongolin Wu Chin Hwa (Liu Ming) auf die Spur, die in Verbindung mit Sung Tin Pao steht.
Wu Chin Hwa kommt zu Tode..., doch Lu und Chen gelingt es, Sung und seine Schergen immer mehr in die Enge zu treiben.

Lu Sao Yung beherrscht die KungFu-Technik der Drachen-Faust, die einst in der Region des Yangtse angesiedelt war. Chen Sao Wan beherrscht die Technik der Schlangenfaust, die in der Region des Pearl River einst beheimatet war.
Sung Tin Pao beherrscht die schwierige Technik der Spinnen-Faust, einst von den nördlichen Shaolin entwickelt.

Lu und Chen kombinieren ihre Techniken, der eine bringt dem anderen ´seine´ Technik bei.
Dann kommt es zum alles entscheidenden Show-Down der beiden Männer gegen Sung Tin Pao..., zum Kampf auf Leben oder Tod......


Fazit:

Lee Tso-Nam gehört zu meinen Lieblings-Eastern-Spielleitern hinsichtlich der unabhängigen Regisseure, die nicht fest an ein Studio gebunden waren..., wie beispielsweise Chang Cheh, der lange Jahre für die Shaw Brothers arbeitete.
Und auch hier mit "Challenge of Death" legt er einen soliden und in der KungFu-Action starken Genre-Beitrag vor.

Lee Tso-Nam hatte von der Ausstattung und vom Aufwand her nicht die größten Möglichkeiten. In eher nüchterner Atmosphäre und kostengünstiger Kulisse (obgleich der Film herrlich klassisch im Studio-Set startet, als die Hauptdarsteller die zentralen KungFu-Techniken des Streifens vorstellen), open air im Wald oder vor Felswänden, oder indoor in einfachen Sets, gestaltete Lee Tso-Nam eine Storyline um 2 Männer, die nach gewisser Zeit ihre Kräfte und Fähigkeiten bündeln, um einen Gangster auszuschalten.
Dies mitunter etwas umständlich, manchmal plätschert die Storyline etwas dahin, wird etwas viel dialogisiert, doch insgesamt strikt genug erzählt. Und die KungFu-Action reißt das ganze vor allem im letzten Viertel des Streifens noch heraus.
Dieser Eastern scheint etwas an den so erfolgreichen wie unter Fans etwas umstrittenen "Drei wild wie der Teufel" ("The Hot, the Cool and the Vicious", siehe mein Review auf dieser website) angelehnt zu sein, ebenfalls unter der Regie von Lee Tso-Nam.

Unterm Strich ist der Film recht spannend, es ist ein KungFu-Actioner, der das Hauptaugenmerk auf die Fights legt. Und es ist kein typischer Rache-Eastern -"Du hast meinen Vater/Bruder/Meister getötet, stirb!"-, 2 fertige KungFu-Fighter stellen einen Verbrecher, bündeln ihre Fähigkeiten und kämpfen zusammen.
So läuft denn alles auf den entscheidenden Endfight hinaus, darauf stellt sich der Betrachter ein, und entwickelt eine gewisse Vorfreude.
Die Darstellungen sind zudem solide und bemüht, der Cast ist hochkarätig, und das sind echte Klasse-Fighter die die Action-Sequenzen natürlich in der technischen Qualität anheben.

Tan Tao Liang hat hier die Fäden in der Hand, eine solide Darstellung, nicht überzogen als Held..., und natürlich ein super Fighter. Seine Beintechnik ist stark, von seinen Skills lebt die Action.
Und so ist das auch bei Wong Tao, ein Allround-Kämpfer, ein Kampfkünstler der was davon versteht. Wie immer, er lächelt nie, ist aber nicht immer der coole Fighter, zeigt auch eine brüchige Männlichkeit, obwohl oder weil er ein Gambler und Womanizer hier ist.
Chang Yi ist der Villain, der das kalt und überlegend darstellt, in ruhigem Duktus, doch brutal und verschlagen. Der Umhang mit Spinnen-Motiv, so eine Art "Spiderman", ist zwar lächerlich, aber durch Chang Yi´s Darstellung mag man diesen Bösewicht denn doch nicht belächeln, Chang Yi´s Spiel kann dies mehr als ausgleichen.

Die weibliche Rolle wird von Liu Ming ausgefüllt, sie sucht den Vorteil, kollaboriert mit dem Bösen, doch ist ihre Figur auch naiv und unsicher. Auch Liu Ming kann dies gut rüberbringen, und sie ist zwar niedlich, doch hat sie zu viel Make-Up -wodurch ihre Figur wohl auch ihre Unsicherheit überspielen will-.
Die Fight-Instructors dieser Produktion (das kleine Label "Wing Tai Film Co." drehte diesen Eastern auf Taiwan), Lung Fong und Gam Ming, sind in Nebenrollen hier zu sehen.

Wichtigstes ist die KungFu-Action, das sind starke Fights in klassischen Techniken, performed von echten Kampfkünstlern und ihren exzellenten Fähigkeiten.
Die Spider-Technik von Chang Yi sorgt leider auch für -nur wenige, zum Glück- Tricksereien, aber es sind überwiegend reelle Kämpfe mit kernigem Dubbing und rasant-dynamischem Drive.
Die Fight-Intensität nimmt im Verlauf des Streifens zu, da die beiden Helden ihre Techniken kombinieren müssen kommt es auch zu einer kurzen Trainingssequenz im letzten Viertel des Films -sieht man bei Tan Tao Liang und Wong Tao natürlich gerne-..., und dann zum erwarteten Endkampf: Wong Tao, Tan Tao Liang und Chang Yi liefern sich einen Pas de Trois des KungFu, inklusive rassiger Slowmotion-Einstellungen. Das konnte natürlich gefallen und brachte den Streifen noch gekonnt ins Ziel.

"Challenge of Death", ein weiterer KungFu-Film vom Fließband, doch auch ein weiterer solider Genrebeitrag von Lee Tso-Nam, mit gutklassiger Action und drei starken Fightern.
Knappe 6 von 10 Punkten kann sich "Challenge of Death" noch erfighten.

Details
Ähnliche Filme