Bruhaha!
Gleich noch so eine Fiesta aus der Schmiede von Billigfilmer Ted V.Mikels, der in diesem Fall jedoch nur produziert hat und die Regie gleich dem Hauptdarsteller Herb Robins überlassen hat.
Im Gedenken an ein paar leckere Geschmacklosigkeiten ausgeliehen und in absoluter Fassungslosigkeit wieder zurück gegeben.
Herb Robins ist in seinem ganzen filmischen Oeuvre nur in solchen Raketen aufgetreten (der erträglichste Film seiner Vita ist ein Auftritt in Tobe Hoopers „The Funhouse“), aber was er hier gebastelt hat, spottet jeder Beschreibung.
Das geht schon mit den Vortiteln los, eine Reihe von grandiosen Zeichnungen rund um einen lustigen Wurm, die schon mal die filmischen Höhepunkte in chronologischer Reihenfolge vorweg nimmt. Dazu bricht ein Rummelplatz-Drehorgel-Inferno über den Zuschauer los, wenn der Hitparadenreißer „You’ll end up eating worms“ mit seinem ewig wiederholten Dreizeilentext das erste Mal erklingt (die übrigen zwei Zeilen lauten übrigens: „Nobody likes you, everybody hates you...“, das ist mehr als so mancher Techno-Hit hatte!).
Dann geht’s endlich los und zwar mit einer Geburtstagsparty für ein weibliches Bratzblag, dem ein Ständchen gebracht wird. Die Kleine hat nen fiesen Charakter als ihr was nicht paßt und schon fliegen die Schimpfworte rund um „Arsch“ quer über den Tisch. Das Ganze hat fast sowas wie ne Pointe und die Torte ist schon mal voller Würmer, echt klasse. Danach löst sich das alles in einer Benny-Hill-Kotzorgie auf. Bombastisch.
Anschließend verschwinden drei Angler am See (wir sehen sie später wieder), an dem unser deutscher Exilant Herman Umgar residiert. Gespielt von Robins selbst, sieht Umgar aus wie ein gut genährter Fuzzy nach einer Fahrt durch den Mähdrescher. Alle Latten am Zaun hat er auch nicht, weil er sich am besten mit seinen Würmern unterhält, aber dafür gehört ihm das Sehgrundstück, wo der skrupellose Bürgermeister und seine Gesellen ein paar Urlaubsbunker hochziehen wollen.
Der See ist zwar nur ein Teich im Nirgendwo und außerdem sieht es da ziemlich bucklig aus, trotzdem treffen ein paar Touristen dort ein, warum auch immer. Eine recht reiche Familie läßt parodistischen Ansatz vermuten, der später vermutlich von Tim Burton in „Beetlejuice“ wieder aufgegriffen wurde. Daddy genießt die Natur, Mutti liegt rum, die Tochter lackiert sich die Nägel und der stramme Sohnemann stellt Studentinnen nach. In seiner besten Szene fröhnt er dem Durchfall, woraufhin er sich hinter eine Buschgruppe verzieht, aus der dann im hohen Bogen zwei Dutzend Klorollen in den Himmel schießen. Jaja, wenn man für eine Explosion kein Geld hat...
Nebenbei gibt’s noch ein paar Umweltaktivisten und dergleichen, bis Umgar anfängt, versehentlich seine Haustiere mitsamt seinen Hotdogs zu verfüttern. Und gar mirakulös (bei der Party geschah nichts dergleichen): die Opfer verwandeln sich in Wurmmenschen. Das klingt besser als es aussieht, die Damen und Herren müssen meerjungfrauengleich in künstliche Wurmfortsätze schlüpfen, die von der Hüfte abwärts nur noch Wälzbewegungen seitwärts zulassen, was die Fortbewegung recht sinnig macht. Außerdem rallern die Opfer nur noch vor sich hin.
Umgar wird sogar gezwungenermaßen tätig, denn die Angler, die sich in noch mirakulöser in Wurmmänner verwandelt haben, verlangen von ihm Wurmfrauen. Und als die Bagage Sturm läuft, kriegen halt alle Finstermänner Würmer ins Essen. Na denn...
Der Film ist nicht halb so eklig, wie er öfters klingt, offenbar hat sich hier immer derselbe Stuntman dafür hergegeben, sein mannigfaltig Catering mit ein paar Würmern einzunehmen. Ungefähr zwanzigmal sieht man also immer den Mund beim Essen, schön weit geöffnet, damit die Würmer in Zeitlupe auch zwischen den Lippen sichtbar bleiben.
Kommen dann aber die Wurmmenschen ins Bild, mag man selbst nur noch über den Teppich rollen, das rockt alles weg. Knufflig auch die farbige Studentin, die beinahe so was wie schauspielern kann und wegen ihrer strammen Dinger unter dem T-Shirt auch nur angebunden wird.
Ein Ende ist den Machern dann auch gar nicht erst eingefallen, weswegen Herman, der sich selbst verwurmt hat, irgendwann bei einem Truck an der Windschutzscheibe klebt. Ende des armen Wurms!
Ich muß hier einfach den Kuriositätenextrapunkt verleihen, sich dieses Etwas auszudenken, dazu gehört einiges.
Natürlich ist es in nüchternem Zustand nicht wirklich auszuhalten, aber bisweilen sind die filmischen Fertigkeiten schon irgendwie denkwürzig. Unter Drogen rockt der bestimmt alles weg.
Und Herman hat man dennoch irgendwie gern – bei dem wird aus Ernst wieder Spaß und der ist jetzt fast 30 Jahre alt. (2/10)