Sarah Laine spielt eine verwöhnte Studentin, deren Mutter verstirbt und ihr zwei Diamanten hinterlässt, die ihr Stiefvater jedoch für sich beansprucht. Zusammen mit einer Mitschülerin, gespielt von Sandra McCoy, bringt sie ihren Vater schließlich wegen Vergewaltigung vor Gericht und entlockt ihm die Diamanten, mit denen er sich nun seine Freiheit erkaufen will. Die beiden haben ihre Rechnung jedoch ohne die Bewährungshelferin von McCoy, gespielt von Dina Meyer, gemacht, die die Ermittlungen aufnimmt.
"Wild Things 2" war bereits ein billiger und deutlich schlechterer Ableger von seinem starken Original und bekam dafür auch überwiegend schlechte Kritiken und erreichte auch kein sonderlich hohes Einspielergebnis, umso überraschender war es, dass noch ein dritter Teil gedreht wurde und im Grunde ist es eine Frechheit, dass man auch hier einen vollkommen ideenlosen Ableger präsentiert, der dem Original ebenfalls nicht das Wasser reichen kann und sogar den schwachen zweiten Teil noch unterbietet.
Die Charakterkonstruktion ist dabei frei nach dem Klischee: Da wäre die verwöhnte Collage-Studentin, der keine Methode zu dreckig ist, um an ihr Geld zu kommen, der Stiefvater, der sich einige Schulden eingehandelt hat und irgendwelchen Jugendlichen nachstellt und die nicht so betuchte Studentin, die sich mit einem Nebenjob Geld verdienen muss und deshalb behauptet, dass sie vergewaltig worden sei. Aus diesen vollkommen flachen Charakteren und dem unbeholfenen Versuch die Reichen und Schönen in Florida zu parodieren schustert man sich die übliche Story zusammen, in der jeder jeden hintergeht und man bis zur letzten Sekunde nicht weiß, wer letzten Endes die Diamanten bekommt. Hier gibt es durchaus ein paar kleinere Überraschungen, oder aber auch nicht, weil man ja aus dem ersten Teil weiß, dass die Handlung einige 180°-Wendungen enthält und zum Ende hin schlägt sie dann vielleicht ein paar Hacken zu viel und verliert damit endgültig jegliche Glaubwürdigkeit. Teilweise ist es ganz interessant mitzurätseln, wer wohl am Ende die Diamanten hat, aber mehr als seichte Unterhaltung ist nicht drin.
Die Inszenierung ist durchaus solide gelungen, dennoch kann sich "Wild Things 3" dem Beigeschmack eines billigen B-Movies nicht verwehren. Das Erzähltempo hält Jay Lowie, der zuvor als Regisseur keine nennenswerten Erfahrungen sammeln konnte, sehr hoch, verursacht so wenig Leerlauf, so wird der Film aber noch kurzweiliger als er sowieso schon ist. Erotik-Szenen gibt es diesmal nicht so viele wie beim Original, und auch, wenn sie solide in Szene gesetzt sind, verliert der Film trotz der hübschen Darstellerinnen beinahe jeglichen Reiz der Vorgänger. Optisch ist der Film damit halbwegs solide, die Filmmusik ist nicht sonderlich auffällig, der Spannungsbogen bleibt eher flach - Ein B-Movie eben.
Sarah Laine spielt die verzogene Göre durchaus überzeugend, aber angesichts des schnellen Tempos und der flachen Charakterkonstruktion haben die Darsteller sowieso leichtes Spiel. Sandra McCoy spielt ebenfalls ordentlich, genauso wie Dina Meyer, die die beste Leistung bringt, aber Glanzleistungen gibt es überhaupt nicht zu sehen, auch nicht vom restlichen Cast, der aber auch solide aufspielt.
Fazit:
Ein mittelmäßiger Cast, eine enorm kurzweilige Inszenierung, die komplett im konventionellen Rahmen bleibt, zwei, drei kürzere erotische Momente und ein paar überraschende Wendungen. Mehr ist von der "Wild Things"-Reihe leider nicht mehr übrig geblieben, die hier endgültig ein schwaches B-Movie hervorbringt.
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