Review

Nachdem durch unvorsichtige Soldaten Zoltan und dessen Herrchen aus ihren Särgen befreit wurden, machen sich die beiden umgehend auf den Weg, um den letzten noch lebenden Verwandten der Draculas, der mit seiner Familie gerade einen Campingtrip unternimmt, zu einem Blutsauger zu machen und ihn als neuen Herren zu gewinnen. Ein Inspektor erfährt von diesem Plan und versucht das Vorgehen der Übeltäter zu verhindern.

In den 70er Jahren waren Blutsauger in der Filmwelt ein gern gewähltes Thema, aber nicht alle Filmmacher gaben sich mit der einfachen Geschichte rund um einen männlichen Spitzzahnträger auf Frauenfang zufrieden und so gab es skurrile Abwandlungen des klassischen Stoffes wie z.b. im Falle von "Draculas Bluthund".
Wie Zoltan zum Blutsauger wurde und wie er in Verbindung zu seinem Herrchen Veith Schmidt steht, bekommen wir zu Beginn des Sreifens in Form mehrerer Rückblicke erklärt und schon nimmt die Geschichte rund um die Jagd auf den letzten Nachfahren der Draculaahnreihe und den Versuch der Verhinderung durch den Inspektor in klassischer Van Helsing Manier ihren Lauf, wobei sich einige Ungereimtheiten und Längen eingeschlichen haben, die es verhindern, dass der Film zu einem uneingeschränkten Vergnügen wurde. So sind manche Handlungen bzw. Befehle des Herrn Schmidt an seinen Wauwau ziemlich undurchsichtig und in einigen Passagen passiert eine ganze Zeit lang recht wenig Handlungbeitragendes, z.B. wenn der Inspektor unter herrlichem Gedudel mehrfach durch die Gegend fährt.
Auch sorgen manche Dialoge eher für mit der Hand an den Kopf schlagen oder Schenkelklopfen anstatt für anspruchsvolles Nachdenken. Als Beispiele sollen meine beiden Favoriten herhalten:
Mann: "Hat ausgesehen wie ein Wolf, aber es gibt keine Wölfe in der Gegend." - Frau: "Vielleicht war es ein Landstreicher!".
Andere Szene: Inspektor: "Sie sagten doch, dass sie von Hunden belästigt werden, seit sie ihren Urlaub angefangen haben, habe ich Recht?" - Mann: "Ja." - Nach kurzer Pause der Inspektor: "Wir räumen hier auf und besorgen uns etwas zu essen." - Mann: "Was zu essen? Ich könnte etwas zu trinken gebrauchen." - Inspektor: "Also gut, auch was zu trinken!"
Aber der Film hat auch viele gute Momente, wie z.B. die ungewöhnliche Grundstory an sich, die anfängliche Öffnung der beiden Särge mit fatalen Folgen für den Beteiligten oder die gelungenen Hundeattacken. Manchmal gibts bei letzteren zwar viel Gebell um Nichts, aber athmosphärisch bewegt man sich durch die solide Umsetzung durch ordentliche Kameraarbeit, gute Schnitte und den passenden Einsatz der Musik auf vernünftigem Niveau. Die Bedrohung durch den mit Leuchtaugen und Riesenhauern ausgestatteten Zoltan und später durch seine nachgezüchteten Kollegen ist jedenfalls spürbar vorhanden. Die Geräusche, die die Vierbeiner von sich geben unterstützen diesen Eindruck, wobei manch ein Grummeln auf Grund seiner Ähnlichkeit zu den Lauten des Tromaschen Toxic Avenger für unfreiwilliges Schmunzeln gut ist.
Die Bluteffekte kann man an einer Hand abzählen, aber die wenigen vorhandenen sind als gelungen zu bezeichnen. Meistens begnügt sich Zoltan mit einer Biss-Blutsaug-Kombination am Hals, aber ab und zu darf er auf Befehl seines Besitzers auch mal nummernschildernotierende Camper auseinandernehmen.
So, Story haben wir, Umsetzung haben wir, Effekte haben wir, bleiben noch die Darsteller. Diese gewinnen zwar keine Blumenkübel, aber sind nun auch nicht so schwach, dass man ihnen ihre Rollen überhaupt nicht abnehmen würde. Hervorheben sollte man Reggie Nalder, der lediglich auf telepathischem Wege mit seinem Hündchen kommuniziert und ansonsten nur mit grimmig Gucken beschäftigt ist, was bei seinem Feuerlöschergesicht (so wie er in "Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe" betitelt wurde) keinen schlechten Eindruck hinterlässt.

Insgesamt ist dies eine abwechslungsreiche Umgestaltung des klassischen Vampirstoffes, wobei sowohl Gruselstimmung als auch Trashunterhaltung vorhanden sind, sich die ein oder andere Länge und Unlogik aber nicht vertuschen lässt.

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