Der Müllmann Krassky (Joe Dallesandro) lässt sich auf eine Affäre mit der knabenhaften Kellnerin Johnny (Jane Birkin) ein, obgleich er allem Anschein nach schwul ist. Sein Freund (Hugues Quester) versteht die Welt nicht mehr und verzweifelt regelrecht am undurchschaubaren Innenleben seines Gefährten. Er will ihn um jeden Preis zurückgewinnen…
Süffige Bilder und verträumte Musik verbinden sich zu einer überaus angenehmen erotischen Brise, die in ihrer Faszination für amerikanische Provinzbilder, markante Archetypen und turmartig vor der Kamera aufragende Figuren entfernt an Russ Meyer erinnert. Witzig, wie es Krassky nicht nur gegenüber den anderen Figuren gelingt, sich über seine Vorlieben auszuschweigen, sondern auch gegenüber dem verunsicherten Publikum. Fein auch, wie der Film schon vor der Zuspitzung des Konflikts allein mit stimmungsvollen Beschreibungen eines außergewöhnlichen Lebensgefühls zu fesseln versteht. Am bemerkenswertesten ist vielleicht das Resümee, auf das die tragische, aber nie moralisierende Geschichte hinausläuft: dass auch die größte gedankliche Freiheit dem Menschen nicht gestattet, sich nach Belieben über seinen Körper und seine Natur zu erheben. Da lässt der Film trotz seiner lustvollen Gesinnung auch Zweifel an der euphorischen Vorstellung zu, die der sexuelle Aufbruch der 60er gerade erst erstritten hatte, nämlich dass die spontane Neuerfindung der eigenen Identität nur eine Frage von Vorstellungskraft und Umsetzungswille sei.