Review

Inhalt:

China, wohl in den Jahren vor dem 2. Weltkrieg. 5 Verbrechern, die Bande um Chen Lung (Jacky Chen Shao-Lung) und "Big little Eyes" (Addy Sung), gelingt nach 3 Jahren die Flucht aus einem Gefängnis.
Sie wollen sich an dem Mann rächen, der sie vor Gericht brachte... Kong Tao, der in Jiang Village lebt, und mittlerweile alt und krank ist.

Sie töten Kong Tao nach einem brutal geführten Kampf, und schänden die Frau Kong´s, die sie schließlich gnadenlos ermorden.
Die Tochter der beiden, Tsui Feng (Lu Hsiao-Wei) erreicht den Schauplatz, und schwört den Verbrechern blutige Rache.

Beistand erhält Tsui Feng von einem Mann namens Wei Shi (Phillip Ko Fei). Dessen Vater und Kong Tao hatten einst den selben Meister, der sie in KungFu ausbildete.
Wei Shi kennt die 5 Verbrecher, er und Tsui Feng bündeln ihre Kräfte.
Der erste der Bande ist schnell ausfindig gemacht, und fällt der Rache der beiden zum Opfer. Und alsbald auch der Zweite und der Dritte dieser Gang.

So sind denn noch Chen Lung und "Big little Eyes" übrig. Die beiden führen mittlerweile an der Küste eine Schmuggler-Bande an.
Hilfe finden Tsui Feng und Wei Shi in dem sich zuvor in die Bande einschleusenden, under cover agierenden Polizei-Agenten Li Tien (Tsai Hung).
Die 3 stellen Chen Lung und "Big little Eyes" zum alles entscheidenden, mit äußerster Härte geführten Show-Down. Ein gnadenloser, brutaler Kampf.....!


Fazit:

Klasse, so MUSS ein Eastern sein, ein knallharter KungFu-Actioner der Extraklasse!
In hell-klaren Bildern, bildkompositorisch exzellent fotographiert, mit dem Auge für das Visuelle an gelungen ausgesuchten Background-Locations, süperben Kamera-Einstellungen in die eine feine Schnittführung integriert ist, und vor allem mit kerniger KungFu-Action versehen, so konzipierte Regisseur Lee Su diesen starken Eastern aus dem Jahre 1974.

Eine Rache-Story wie so viele in einem Eastern..., doch WIE das hier umgesetzt wurde, mit den oben genannten Elementen, schnörkellos und handwerklich nahezu perfekt. Ein spannender, reinrassiger, und irgendwie genial umgesetzter, knackiger KungFu-Actioner, ein Film der mich -der ich ich Hunderte Produktionen dieses Genres sah- beeindruckte. Ein geiler Eastern..., wow.

Bildkompositorisch ist dieser Eastern für mich hochwertig, Kamera-Fahrten wie anfangs, als ein Mann zu martialischer Musik durch Vegetation und Wasser flüchtet, Kamera-Einstellungen aus interessanten Blickwinkeln..., und immer wieder dieses Auge für die Örtlichkeiten: In einem Casino, an einer Hafen-Mole, das Meer in Hintergrund..., und der Show-Down an und in einem Flussbett, das hellblaue Wasser, der strahlend blaue Himmel, und ´dazwischen´ der gelbe Fluss-Strand, davor die Protagonisten, die sich im Schlamm einen brutalen Kampf liefern.
Stets achtete die Regie auch darauf, dass dieser Eastern auch visuell besticht.
So ist die Atmosphäre dieses Films stimmig..., die Spannung steigert sich sukzessive, ein Kampf nach dem nächsten, ein Mörder nach dem anderen fällt in immer härteren Fights der Rache der jungen Heldin und ihres Mitstreiters zum Opfer.

Diese an sich ja einfache Storyline wird hier stringent, schnörkellos und kohärent erzählt..., ja da stimmt einfach fast alles.
Eine Frau, ein ihr beistehender Mann..., 5 Feinde, die die Eltern der Heldin brutal umbrachten. Die beiden stellen einen Gegner nach dem nächsten, jeder Kampf besticht, und die Schauplätze wechseln so wie die Sub-Plots die mit jedem Feind verbunden sind. So denn zuletzt die Hafen-Szenerie, als die letzten beiden Gegner einer Schmuggler-Gang vorstehen..., mit der entsprechenden Atmosphäre. 
Und alles muss denn in einen gedehnten Show-Down führen, im Schlamm an einem Flussbett..., und die Brutalität der Auseinandersetzung ist kaum noch steigerungsfähig.

Lu Hsiao-Wei ist diese Heldin... sie spielt diese Rolle so, wie sie wohl Angela Mao gespielt hätte. Sie sieht ihr sogar ein bisschen ähnlich. Mit oft kaltem Blick, kompromisslos.., eisenhart, doch auch zierlich und zerbrechlich wirkend, so ganz gegensätzlich also, so agiert die blutjunge Actrice. Starke Performance.

An ihrer Seite Genre-Haudegen Phillip Ko, der gesetzter agiert, überlegend, doch auch er ein kalter Rache-Engel. Tsai Hung ist vor allem kampftechnisch gefragt, und sorgt für den leichten Twist im letzten Drittel.
Die Villains, 5 an der Zahl, skrupellose Typen, doch auch irgendwie brüchig in ihrer Männlichkeit wirkend, sie sind auch feige und unsichere Charaktere.
Und so spielen das Addy Sung und Jacky Chen Shao-Lung auch fast überraschend entsprechend..., eine weitere Nuance in Lee Su´s gewalttätigem KungFu-Drama.

Schließlich eben diese Gewalt. Ein knallharter KungFu-Actioner, ein echter KungFu-Hit... langgedehnte Fightsequenzen, KungFu-Action total vor allem im letzten Drittel.
Es ist klassisches KungFu, doch in einem reellen Stil, kaum Akrobatik, kein Firlefanz und keine Fliegereien, dafür absolute Körperbeherrschung, hohe Tritte, perfekte Technik und Choreographie..., harte Schläge..., ein Trommelfeuer tödlicher KungFu-Fäuste. 
Die Kamera geht entsprechend gut mit, die Dynamik und die hohe Intensität dieser brutal geführten Fights wird somit eingefangen...,  und schließlich findet die Dramatik im langen Finale im Schlamm einen ultimativen Höhepunkt.

Tja, zu den geilsten Filmen des Genres gibt es erstaunlicher Weise immer nicht so viel zu sagen..., ansehen und staunen, sehen und genießen, eine Oper der Gewalt.
Ich kann nicht einsehen, hier nicht die Höchstnote zu vergeben. "Blood Revenge", so muss ein Eastern sein, ein eisenharter, kerniger KungFu-Actioner mit klarer, stringent umgesetzter und spannender Story und fast ungewohnt gelungener Bildkomposition.
Kann ich empfehlen..., Eastern-Fans kommen auf ihre Kosten.

Knappe aber verdiente 10/10 Punkte für "Blood Revenge".

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