Vielversprechend und mit schönen Bildern unterlegt, beginnt die Geschichte um Mona und Tamsin.
Mona, die mit ihrem einst gewalttätigen, nun aber von Jesus beseelten Bruder über dem geerbten Pub der verstorbenen Eltern eintönig vor sich hinlebt und mit einem Mofa ohne Motor durch die wunderschön gezeigte Umgebung rollt, trifft auf Tamsin, stilvoll auf dem Pferd dahinreitend.
Die beiden freunden sich irgendwie an. Tamsin, die einsame Internatsschülerin erfindet dramatische Momente, die ihre Lebensgeschichte "bereichern" sollen und spielt mit den Gefühlen der naiven "Landpomeranze" Mona. (Das wird aber erst später klar).
Soweit, so schön.
Eine Story mit Potenzial und auch anfangs sehr nett erzählt. Doch irgendwann kippt der Film irgendwie ins Unerträgliche. Die anfangs so ausführliche Erzählung wird plötzlich oberflächlich schnell und wirkt dahingeschleudert. Außerdem erinnert mich alles stark an "Das freche Mädchen" und "Oranges are not the only fruit" - an eine Mixtur aus beiden.
Kalt lässt der Film allerdings keinesfalls - ich hatte gegen Ende nur noch das Bedürfnis, alle Figuren wild zu schütteln. Den Bruder aufgrund seiner überzogenen Heiligtuerei, Mona für ihre grenzenlose Selbstaufgabe und Unterwürfigkeit und diese Tamsin, weil sie ein absolut gestörtes Arschloch ist. Hm, vielleicht wollte der Film ja genau das erreichen - dann hätte er auf jeden Fall 10 Punkte verdient.
Da er aber etwa in der Mitte "bricht", und unangenehm nervtötend wird, gebe ich 5 Punkte.
Britische Filme sind meistens eh nicht so mein Fall - eventuell liegt es daran. Aber auch schon bei "Oranges are not the only fruit" beschlichen mich, was dieses Genre hier betrifft, sehr gemischte Gefühle.