Fernsehfilm aus der Feder und Schmiede von Steven E. De Souza, der sich mit diesem Produkt sichtlich an die zuvor im Kino erfolgreichen und da das Publikum entscheidend begeisterten Turner & Hooch (1989) und im Titel noch deutlicher dem K-9 (1989) anschließen und dem Pfad der Popularität folgen möchte. Auch wenn die Maßnahme und die Mittel vom Rezept den Vorgängern von Roger Spottiswoode bzw. Rod Daniel in mehreren Belangen nacheifern, blieb das gleiche Resultat zwei Jahre später überwiegend aus; selbst die Möglichkeit der Option zur Eröffnung einer Fernsehserie wurde nicht erreicht, und so keinerlei großartiger Nutzen aus der Entstehung her anvisiert. Der Weg wäre da, die grobe, nicht ganz so familienfreundliche Variante der beiden genannten Titel, aber die Auswirkungen des Beschreitens gleicher Schritte sind in dem Fall dann doch arg begrenzt:
Los Angeles. Polizist Eddie Monroe [ Chris Mulkey ] von der Nord-Ost-Division hat es nicht so mit Maschinen, muss sich allerdings in seinem Leben ungewollt dennoch damit herumschlagen und ist auch ansonsten von seiner Existenz eher geplagt. Der einzige noch treue Weggefährte, sein Partner Nick Sanrio [ Dennis Haysbert ] hat die bevorstehende Versetzung auf eigenen Wunsch angekündigt, die Frau ist eh längst weg und trotz Erfolgen in der Verbrechensbekämpfung wird durch den Vorgesetzten Captain DeLillo [ Dana Gladstone ] nur gemeckert und auf besseres Benehmen im Dienst sowie allgemeine Schadensbegrenzung insistiert. Als Eddie mehr durch Zufall auf einen gewalttätigen Einbruch in eine Forschungszentrale durch Anton Zeiss [ Richard Lynch für Arme: Judson Scott ] und seine Mannen und die einzig entkommend könnende Zeugin, die Ärztin Aja Turner [ Catherine Oxenberg ] stößt, verändert sich sein Leben rabiat. Aja hat zusammen mit ihren Kollegen an dem K-9000 gearbeitet, einem kybernetischen Schäferhund, dem 'Niner', der alsbald mit dem Alles-Verweigerer Eddie kommuniziert und mit ihm im Verbund die Verbrecher jagt.
De Souza als Routiniert auf dem Gebiet des Schreibens derlei Stoffe, zuvor selber auch schon in Sachen Fernsehen und Fortführungen von Ideen geschult, entwickelt hier zusammen mit Kompagnon Michael Part eine recht analoge Geschichte zum bedeutsameren Kinoprodukt; auch hier wird der Krimi als Umrahmung und das Buddy Picture, nur eben nicht zwischen zwei Menschen, sondern zwischen Mensch und Tier als dem besten Freund des Menschen gewählt. Hier wie dort und so zuvor ist ein Polizist die Hauptperson, und der Hund das wichtigste Werkzeug zur Lösung eines Falles, darüber hinaus ist der Protagonist auf zwei Beinen dem Neuzugang auf vier Pfoten erstmals überhaupt nicht freundlich, bestenfalls auch noch äußerst skeptisch und auf Konfrontation dazu eingestimmt.
Neu hinzu kommt hier, dass der Hund kein ganz normaler ist, zwar so aussieht, aber intelligent denken und sprechen kann und kognitiv dem Herrchen in Jeans und T-Shirt gar schon überlegen, also mit gleich mehreren Waffen abseits der Niedlichkeit ist; Kinder und Tiere gehen bekanntlich immer. Ein knuffiger Zeitgenosse, der dem Knurrhahn mit Dienstmarke und Pistole im Anschlag wie auch in den anderen Filmen die Schau stiehlt und nicht nur deswegen auch schon fast der wichtigste Teilnehmer in der Runde (und zudem mit hervorragender Dressur ausgestattet) ist und so dem Film (für Hundeliebhaber) zahlreiche Pluspunkte bringt.
Da hier noch eine Komponente der Science fiction hinzukommt und das Areal dafür eher ein etwas merkwürdiges und gar nicht so recht beschriebenes ist, gewinnt K-9000 zumindest auf der Abkürzung der Narration; wird doch eine zweite Ebene neben der gewöhnlichen Gegenwart eröffnet und auch Sachen wie Tierversuche, Kybernetik, Veränderung der Gesellschaft durch Fortschritt in der Wissenschaft und der Technik, auch dem Gebrauch von Alltagsgegenständen angerissen, wenn nicht gleich ausgiebig diskutiert. Nutzen und Zweck von Versuchen am Tier, der Missbrauch von Erkenntnissen, das zunehmende Verlassen des Menschen auf maschinelle Fertigkeiten, Fähigkeiten, Unterstützungen selbst im kleinsten Handgriff wird hier ganz nebenbei erwähnt; zudem hat man neben dem Blick in die 'Zukunft' als Zuschauer von Heute gleich noch den Blick in die frühen Neunziger und somit zurück. Gerade in der Eröffnungsszene, einem Spaziergang der Polizisten aus einem Restaurant hinaus auf die belebte Straße (und inmitten in einen Banküberfall nebst Schießerei und Autoverfolgung hinein) zeigt dem staunenden Blick neben genau einem einzigen Passanten mit dem Alleinstellungsmerkmal eines riesigen schnurlosen Telefons auch anderen Prunkstücke der medialen Unterhaltung, wozu noch ein ebenso voluminöses Transistorradio mit Kassettendeck und andere Devotionalien von der grauen Vorzeit, wie CB-Funk und ein Bild von Morgan Fairchild im Portemonnaie gehört.
Zwischen all diesen verschiedenen Zutaten, die noch kein großes Ganzes ergeben, aber dem speziellen Interesse mehr zugänglich als abträglich und als Konventionalität mitsamt Kuriosität immerhin gediegenes Handwerk in Sachen Dramaturgie und Inszenierung – durch ebenfalls einen Veteran der Mattscheibe, Kim Manners – sind, versteckt sich noch etwas schauspielerisch schmückendes Beiwerk. Mulkey nutzt die seltene Hauptrolle für das Zeigen eines weiteren schmuddeligen hot-shot-cop und entwickelt gar etwas Präsenz, während daneben Haysbert durch schlichte Anwesenheit glänzt und die überaus schmucke Oxenberg allein durch ihr Äußeres schon alle Preise der Zuneigung gewinnt.