Review
von Leimbacher-Mario
Die Rache des Crabmanikus!
„Alien degli abissi“ vom guten alten Schlawiner Antonio Margheriti wirkt wie eine unbeholfene Mischung aus Dschungelabenteuer, Monstermovie a la einem der vielen japanischen Godzillas und einem Potpourri aus Hollywoodhits wie „Aliens“ und „The Abyss“. Nur eben in italienisch, in billig, in dreist geklaut und schnell selber gemacht. Zwei Umweltschützer begeben sich in das grüne Dickicht einer Vulkaninsel, wo ein fieser und skrupelloser Chemiekonzern seinen Abfall im Feuerschlund des Vulkans „beseitigt“. Und dabei natürlich ein äußerst ungehaltenes, riesiges Krabbenmonstrum (!) weckt, das dann (zurecht!) wütend auf der Insel herumstampft und mal gehörig aufräumt...
„Alien From The Deep“ gilt gemeinhin als ein Tiefpunkt des (italienischen) (Monster)Kinos - dadurch waren meine Erwartungen extrem gedrosselt. Und konnten eigentlich nur übertroffen werden - in die richtige Richtung zum Glück. Diese Margheriti-Pizza ist deutlich besser als ihr gnadenlos grottiger Ruf. Die grün-sonnigen Schauplätze sind sichtbar echt und exotisch, die gute Marina Cavalli ist eine eloquente Augenweide (auch wenn sie leider erstaunlich zugeknöpft bleibt) und wenn man die dürftige erste Hälfte passiert hat, vielleicht sogar ohne Sekunden-bis-Viertelstunden-Schlaf, das monströse, sogar etwas cyberpunkige Schalentier endlich seinen großen Auftritt bekommt, dann kommen Freunde solcher Kreaturenkämpfe schon ein gutes Stück auf ihre Kosten. Es wird sogar hier und dort etwas schleimig und fast splattrig. Obwohl man auch da äußerst vorsichtig mit seinen Erwartungen sein sollte. „Alien From The Deep“ kann einschläfernd wirken, die Dialoge sind nonchalant gesagt gequirlter Dünnpfiff und gefühlt besteht der Film nur aus drei Schauplätzen, den sleazigen Charme einiger italienischer Zombiefilme muss man hier vergeblich mit der Lupe suchen. Aber als Alternative zum zehnten Mothra-Mash oder Asia-Mix ist diese italienische Monster-Minestrone durchaus... akzeptabel und auf seine günstige Art unterhaltsam. Einigermaßen. Wenn man eine Supergurke erwartet.
Fazit: ein italienisch-philippinischer Monstermovie der käsigsten Sorte. Lange Zeit dermaßen schlecht, dass er schon wieder sympathisch sein kann. Wenn auch eher als Abenteuer- wie als Creature Feature. Für den grünen Bereich reicht das zwar nicht, für ein anerkennendes Schmunzeln aber schon. Nur bitte niemals mit „The Abyss“ und Co. vergleichen oder zu viele Aliens erwarten... Eher Palmen, Schlangen und dumme Sprüche. Bis die außerirdische Riesenkrabbe auftritt vergehen gefühlt Stunden... Dennoch: besser als gedacht! Dürftig, aber durchhaltbar. Ein italienischer „Gorespass“ für den Sonntagnachmittag!