Die Bewertung dieses Streifens fällt mir nicht ganz einfach und sollte an mehr als der reinen Punktzahl festgemacht werden.
So hat er z.B seinen Regisseur Margheriti auf der Haben-Seite. Margheriti ist für mich so etwas wie der italienische Roger Corman. Er drehte viele günstige Filme, die aber teils innovativ und/oder sehr unterhaltsam waren. Das gilt dann auch für diesen Streifen hier:
Wir haben eine attraktive Hauptdarstellerin, die die meiste Zeit in halb durchsichtiger Unterwäsche ihre Reize zeigt (aber nie ganz nackt zu sehen ist). Dazu haben wir ein konstant hohes Tempo und relativ viel Aktion. Der Hauptstar ist dann das Alien, das sichtlich bei Hollywood abgekupfert wurde, aber auch eigene Akzente setzt.
So ist dieses hier erheblich größer als das im Hollywoodstreifen und erinnert mehr an die Königin in Teil 2. Das Design wirkt noch mechanischer und am Kopf dafür glatter - durchaus gelungen.
Neben säurehaltigem Dampf bei Verletzung (auch eine Parallel zum großen Vorbild - wobei es dort Blut war), hat es die Fähigkeit mich speziellen Ausbuchtungen am Rücken sich unter der Erde fortzubewegen - was es das dritte Viertel des Films über auch fast ungesehen tut. Voll zu sehen ist es leider erst im letzten Viertel. Die erste Hälfte des Films widmet sich eher dem Kampf Umweltaktivisten gegen Soldaten und arbeitet nur theoretisch auf das Alien hin.
Damit kommen wir aber auch zu den Schwierigkeiten des Films.
Die Dialoge sind dümmlichst - wirklich schlecht. Die Darsteller reden sinnlosen Müll, der sich oft genug nur wenige Sätze später widerspricht oder der offensichtlich ist bzw. sich gerade ereignet. Das wirkt teils geradezu bizarr schlecht und nur Margheritis hohes Regietempo rettet den Film hier vor der Vollkatastrophe.
Auch das Drehbuch ist Müll (das kann ich nicht respektvoller formulieren); es strotzt vor Logiklöchern und Sinnlosigkeiten.
Leider sind sehr viele Effekte auch nicht gelungen: Puppen kommen als Tote (sehr offensichtlich) zum Einsatz, Verletzungen sind erkennbar aufgeklebt usw.
Es gibt aber auch hier Licht: Das Alien, der Schlusskampf mit den Baggern, die Pyroeffekte und viele Schleimeffekte sitzen dann doch und stimmen wieder versöhnlich.
Unterm Strich bekommt der Film immer wieder die Kurve und kann schlussendlich auf niedrigem Niveau unterhalten, sodass ich mir durchaus sogar vorstellen könnte ihn eines Tages wieder zu schauen. Dies war auch die Inspiration für diese Rezension.
Man muss sich aber bewusst sein, dass wir es hier mit (gutem) Trash zu tun haben. Objektiv betrachtet kann ich dem Film ob seiner Schwächen nur 4 Punkte geben, aber Trashfans können sich dazu gerne 2 Punkte dazu zählen, wodurch er für diese Klientel auch eine Empfehlung erhält und die Rezension eine nachhaltige Berechtigung (über meine Freude am Schreiben hinaus).