Review

Das ist mal wieder die Richtung „Slaughtered Vomit Dolls“: Mit Schamlosigkeiten und Tabubrüchen den Zuschauer anwidern wollen aber zu blöd sein, eine angemessene Pointe zu integrieren.
Das Land der Schulmädchen-Fans und Automaten für gebrauchte Slips bekommt zwar leichte Sozialkritik verpasst, nur, konsequent hat Regisseur Tomomatsu seine 60 Minuten nicht verpackt, denn dann hätte er mit Hardcore-Szenen aufgetrumpft, anstatt mit weichgespülten Softsex zu langweilen.

Was dem Hauch einer Story zu entnehmen ist, sind zwei sexuell kranke Typen, die niedere Dienste für die Yakuza verrichten. Dem einen scheint beim Telefonsex ein gefallener Engel zu begegnen, woraufhin er vergewaltigt und mordet, bis er selbst seine Erleuchtung erfährt.

Wenn gelbe Federn in Zeitlupentempo auf einer blutverschmierte Handinnenfläche landen, darf man bereits von den gelungeneren Szenen sprechen, von denen dieser Schund ansonsten wenig zu bieten hat.
Besonders auf der Ebene sexueller Darstellungen versagt die Inszenierung komplett. Zu keiner Zeit hat man auch nur annähernd den Eindruck, dass da tatsächlich penetriert wird, das ganze Geschiebe im Weichzeichner-Modus ist banaler als die besten Szenen von David Hamilton, es wirkt nur nicht so pädophil.
Nicht eine Vagina, nicht ein Penis, aber alle fünf Minuten landet ein Ejakulat auf einer blutig zugerichteten Leiche, super.

Somit ist der Weg der Hauptfigur schwer nachvollziehbar, die Flashbacks von seiner Kindheit erscheinen nahezu nutzlos, Dialoge kommen über ein „Du musst dran saugen, dann kommt da lecker Saft raus“ kaum hinaus und wenn zehn Minuten Softsex am Stück mal unterbrochen werden sollen, erzwingt man bei einer Frau in debil geifernder Männerrunde mal eben einen Einlauf, - zumindest dieser Vorgang wagt Authentisches, das Verlangen nach Scheiße scheint in Japan besonders groß.

Darüber hinaus kommt zumindest der Gorehound in Ansätzen auf seine Kosten. Da wird ein Messer im Close Up in den Hals gerammt, ein Bauch aufgeschlitzt, auf dass die Schlingen heraus quellen und in schnell geschnittenen Szenen geschlitzt, so dass immerhin noch ein wenig Blut spritzt, bevor…ja, die Sache mit dem Ejakulat…

Man könnte dem Spiel mit diversen Schnitt-Kollagen und Einsatz von Soundverfremdungen noch einen Hauch Arthouse zubilligen, jedoch erfolgen derartige Spielereien zu beliebig und auch wenn die Darsteller glaubhaft agieren, können auch sie nicht einfach so einen roten Faden spinnen, den die Handlung nun mal nicht vorzuweisen hat.

Was bleibt, sind Yakuza, die sich beim Pokern Snuff-Videos reinziehen, ein Vergewaltigungsopfer, das sich um den Erhalt teurer Markenklamotten sorgt und ein stotternder Typ, der auch in der Öffentlichkeit keinen Hehl aus seiner Notgeilheit macht.
Ein paar okaye Gewaltdarstellungen reichen gewiss nicht aus, um Sex und Brutalität zu einer gelungenen Symbiose zu verschmelzen, wenn es an anderer Stelle zu keiner Aussage kommt.
Weniger verstörend, als schlichtweg öde.
2,5 von 10

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