Review

Kowalski verdient sich seinen Lebensunterhalt mit dem Überführen von
Autos. Sein neuester Auftrag besteht aus einem getunten Dodge
Challenger welchen er nach Kalifornien bringen soll. Schnell und ohne
viel Worte nimmt er den Auftrag an und wettet mit seinem Drogendealer
das er die Aufgabe in weniger als 15 Stunden erledigen kann.
Dies ist der Beginn einer halsbrecherischen Verfolgungjagd quer durch
die USA. Kowalski immer dicht gefolgt von der Polizei. Um die Tour
besser zu ertragen pumpt er sich mit Drogen voll und drückt immer
weiter aufs Gas. Begleitet wird er nur von Erinnerungen an eine Zeit
vor diesem Leben und von Super Soul, einem schwarzen Radiomoderator der
Kowalski mehr und mehr anfeuert...

Vanishing point, wie der Streifen im Original lautet, genießt bei
vielerlei Fangemeinden Kultstatus.
In den ersten knapp 30 Minuten des Films erwischte ich mich immer
wieder selber dabei wie ich rätselte, was genau mir der Film eigentlich
sagen wollte. Irreführend war hier der direkt ins Auge fallende Satz
auf dem Cover "Die ultimative Verfolgungsjagd" denn damit hatte der
Film so gut wie nichts zu tun. Doch welche Message wollte er
vermitteln? Erst ab gut der Hälfte des Films schimmerte dies so langsam
durch....

Hier geht es nicht um einen "Verfolgungsstreifen" im typischen Stile
der 70er wie beispielsweise "Ein ausgekochtes Schlitzohr" oder wie "Auf
dem Highway ist die Hölle los" von 1981. Nein, dieser Film ist eher
eine leise, stellenweise kritische Studie der "Endphase" der Hippieära.
Das ganze verpackt hinter der Kulisse einer Autoverfolgung. Anfangs
noch mit Verfolgungsszenen gespickt erfährt man im Laufe des Films
immer mehr und mehr in Form von Rückblenden was eigentlich Kowalski,
dargestellt von Barry Newman den einige vermutlich nur aus der Serie
Petrocelli kennen, zu diesem trostlosen Leben geführt hat. Genau dies
zeigt dann eigentlich auch die Zerstörung der Ideale der damaligen
Zeit. Man muss schon etwas nachdenken um dies auch zu begreifen.
Gesellschaftskritisch wird es vor allem wenn dargestellt wird, wie der
Radiosender von Super Soul zusammen geschlagen wird. In wie weit das
ganze rassistisch angesehen werden darf überlasse ich mal jedem selbst
denn Super Soul wird von einem farbigen dargestellt...

Mein persönliches Fazit:
Vanishing point ist ein guter Film der aber sein Potenzial wirklich nur
dann entfacht wenn man versteht um was es hier eigentlich genau geht.
Wer wilde Autostunts erwartet oder einen Film im Stile Bandit und Co.
wird hier nur enttäuscht werden. Aber diese Zielgruppe will man mit dem
Film auch gar nicht erreichen. Wer mit dem 60er - 70er Ambiente in Form
von Schlaghosen, Freizügigkeit, Drogen etc. nichts anfangen kann soll
lieber einen Bogen um Vanishing point machen. Für mich kein wirklicher
Kultfilm, aber eine saubere Studie der damaligen Zeit. Wer auf sowas
Lust hat kann getrost ein Auge drauf werfen.

Die soulige Muik ist wirklich gut gelungen und fängt die Stimmung
hervorragend ein. Insbesondere die Aufnahmen draussen in der Wüste und
in den Bergen fand ich klasse eingefangen. Da lobe ich den Kameramann
für seine Arbeit.

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