Die Dokumentation blickt hinter die Kulissen der Martial-Arts-Filme und zeigt ihre Auswirkungen auf die Filmindustrie in Hong Kong und Hollywood. So wird natürlich die Rede seine von einem der bekanntesten Vertreter des Genres: Bruce Lee. Aber auch der Kung Fu-Komödie wird Rechnung getragen: Ihre Geschichte wird skizziert von den Anfängen in Lau Kar-leungs Spielfilm "Spiritual Boxer" aus dem Jahr 1975 bis zu dem Mann, der harte Tritte und Schläge mit vielen Gags verpackte und dem westlichen Millionenpublikum näherbrachte: Jackie Chan.
Diese Kung Fu Dokumentation bietet viele interessante Einblicke in die Welt des Kampfsports, ist aber mit etwas über einer Dreiviertelstunde viel zu kurz, um mehr zu bieten, als an der Oberfläche zu kratzen. Umrissen wird die Historie seit der Erfindung und Perfektion durch die Shaolin Mönche bis hin zu heutigen Anwandlungen und den Import speziell nach Hollywood. Die gezeigten Ausschnitte beispielsweise aus X-Men hätte man zwar lieber zugunsten der chinesischen Erfinder weglassen sollen, aber so wird immerhin der Bogen geschlagen auch zu heutigen Gebräuchen des klassischen Martial Arts Verständnisses.
Die Doku bemüht sich dabei um ein möglichst breites Spektrum an Themen und Personen, mehr als ein paar Minuten pro Akteur sind dabei aber aufgrund der Laufzeit nicht möglich. So werden die unvermeidliche Bruce Lee Einspielschnipsel gezeigt, von den modernen Darstellern Jackie Chan, Jet Li oder Sammo Hung Interviewausschnitte präsentiert, aber auch die Regisseure wie John Woo und selbst die Kampfchoreographen lassen den Zuschauer etwas an den Hintergründen des Business teilhaben und haben durchaus interessante Anekdoten zu erzählen.
Kompliment aber an die Macher das auch die Kinderschuhe des Kung Fu Films nicht außer Acht gelassen wurden. Schon in den 40er Jahren gab es eine florierende Filmindustrie, aus der nicht nur die uralt schwarzweiß Einspieler gezeigt werden, sondern auch die Helden der Vergangenheit kommen zu Wort und die mittlerweile alten Männer von einst dürfen ihre Sicht der Dinge erzählen, sehr löblich.
Von mir aus hätte man das ganze auch auf Spielfilmlänge ausdehnen können. Wenn man so viele Beteiligte aus allen Sparten und Epochen zur Verfügung hat, wäre eine echt gute Beleuchtung des Themas drin gewesen, so kratzt man die Kung Fu Geschichte eigentlich nur an. Trotzdem sehenswert für alle die zumindest einen groben Umriß haben möchten, was und warum Jackie Chan und seine Kollegen das tun, was sie tun.
7/10