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„Bridget Jones“ ist eine unterhaltsame Brit-Komödie, die jedoch vergleichbaren Filmen wie z.B. „About a Boy“ oder „Notting Hill“ unterliegt.
Bridget Jones (Renee Zellweger) ist Single und in den 30ern, was ihrer Mutter (Gemma Jones) gar nicht passt. An Weihnachten versucht sie wie üblich Bridget mit jemandem zu verkuppeln, wobei ihre Wahl auf den geschiedenen Anwalt Mark Darcy (Colin Firth) gefallen ist. Doch Bridget blamiert sich und Mark äußert sich sehr abfällig über sie. Der Anfang ist recht charmant und nett, lässt aber doch irgendwie Spritzigkeit vermissen.
Bridget will mit dem neuen Jahr ihr Leben umstrukturieren: Weniger trinken, weniger rauchen, abnehmen und einen netten Freund kennen lernen. Doch dies alles fällt ihr nicht so leicht: Ihre alten Gewohnheiten wird sie schwer los; zudem ist sie sehr tollpatschig und sagt immer genau das, was sie denkt – selbst wenn es im komplett unpassenden Moment ist. Renee Zellweger geht in der Rolle der Bridget Jones wirklich auf und ist sich wirklich für keine Peinlichkeit zu schade.

Doch zumindest teilweise scheint sich alles zum Guten zu wenden: Sie beginnt eine Affäre mit ihrem Chef Daniel Cleaver (Hugh Grant), auch wenn dieser in dem Ruf steht ein mieser Typ zu sein. Dafür schickt sie auch Mark in die Wüste, der sie trotz seiner abfälligen Äußerungen zu mögen scheint und ihr immer mal wieder über den Weg läuft. Doch war Bridgets Wahl wirklich richtig?
Die grobe Handlung von „Bridget Jones“ ist nicht wirklich neu: Die Protagonistin rennt durch ihr Leben und erkennt erst viel zu spät, wer ihre wahre Liebe ist, doch das Happy End ist natürlich programmiert. Immerhin wird dieses mit ein paar teilweise recht überraschenden Wendungen lange genug herausgezögert, so dass der Film nicht vorhersehbar wird. So kommt auch etwas Spannung auf, trotz des eher gemächlichen Tempos.
Die Witze haben unterschiedliches Niveau: So hängt sich Renee Zellweger zwar volle Kanne rein und gibt wirklich alles, aber irgendwie kann es nur teilweise zünden, wenn sie sich zum x-ten Mal verplappert oder eine nur mäßig witzige Karaoke-Nummer abzieht. Doch viele ihrer Aktionen sind dennoch amüsant und wenn das nicht hilft gibt es noch Comedic Sidekicks in Form ihrer engsten Freunde, die immer für ein paar echte Brüller gut sind. Vor allem die Prügelei ist sicherlich eines der komischen Highlights des Films, aber eine höhere Gagdichte wäre doch wünschenswert gewesen.

Romantik findet man in dem Film dann doch überraschend wenig und an sich erst gegen Ende, wenn die Figuren teilweise Gefahr laufen einander zu verärgern und sich zu verlieren. Passt allerdings auch ins Konzept, denn Bridget wandelt sich im Verlauf des Films von beziehungsgestörten Dauersingle zur wahren Romantikerin, doch von letzterem hätte der Film doch etwas mehr vertragen können.
Renee Zellweger gibt in der Titelrolle wirklich alles und hat sich großes Lob verdient, aber auch Colin Firth als unterkühlter, aber absolut liebenswerter Mark und Hugh Grant als Schmierlappen bieten erstklassige Leistungen. Auch die restlichen Darsteller spielen auf gehobenem Comedy-Niveau.

So bleibt mit „Bridget Jones“ unterm Strich ein nette britische Komödie, die aber trotz ihres Charmes mehr Gags und mehr Romantik vertragen könnte.

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