Review

ACHTUNG ! SPOILER !

„Mehr als ein aktionreicher Spionagefilm!
Leutnant Morris überwindet mit Charme alle Gefahren zu Wasser, zu Lande und in der Luft. Dabei bleibt dieser Film im Gegensatz zu vielen High-Tech-Streifen immer realitätsbezogen. Sein Handlungshintergrund ist auch heute noch aktuell:
Ein englischer Atomforscher wird ermordet, da er eine neue Antriebskraft von ungeheurer Stärke entwickelt hat, die dann verschiedene Geheimdienste auf den Plan rufen. Bei der Mole 83 spitzt sich dann die Handlung zu. Aber nur der englische Geheimdienst hat einen Leutnant Morris...“

So steht es zu lesen auf dem Cover der VHS-Cassette (Sauerland Kunststoffe).

Der in Wahrheit weder besonders charmante noch charismatische Fred Beir gibt in AKTION TODESMOLE den James Bond. Munter prügelt er sich dabei durch London, Paris, Sizilien, die Schweiz und Hamburg, wie sich das für einen Geheimagenten in den 1960er Jahren gehört. Dabei mischt er gerne mal eine handvoll (oder mehr) missratener Charaktere im Alleingang auf, ohne sich dabei die Nase zu verbiegen. Er hat zwar kein Charisma, ist aber ein Stehaufmännchen allererster Güte! Frauen dagegen bringt er schon mal durch einen Kuss zum Schweigen. Wie sich das für einen Agenten in den 60er Jahren gehört. Doch Beir bleibt blass! Kein Charisma weit und breit!

Worum genau es in der undurchsichtigen und müden Agentenplotte geht, ist weiter nicht von Belang. Hauptsache es geht ständig hin und her. Wie sich das für einen Agentenfilm aus den 60er Jahren gehört. Als McGuffin dient hier ein sensationeller neuer Treibstoff (Gähn!). Im Verlauf der Handlung, die immerhin ein paar nette Außenaufnahmen zu bieten hat, treten jedenfalls zahlreiche zwielichtige Typen auf den Plan, u.a. auch ein geheimnisvoller Dunkelmann mit Klumpfuß (Spitzname: Hinkefuß, wie originell) der aber am Ende sang und klanglos das zeitliche Segnet. Vor dem energielosen Showdown wird jedoch noch viel geheimnisvolles Zeug geschwafelt wie etwa dieses: „Dann haben wir es also mit zwei Gruppen zu tun: dem Hinkefuß und dem Vogelmann.“  Indes, die Wahrheit ist noch viel schlimmer: Bis 10 Minuten vor Schluss wird uns der gute Kumpel von Agent Beir als der gute Kumpel von Agent Beir verkauft. Doch weit gefehlt! In Wahrheit steckt der gute Kumpel von Beir hinter dem ganze bösen Treiben! An der Mole 13 in Hamburg fallen dann alle Masken und es heißt: Alle gegen Alle. Zitat: „Da bleibt kaum einer übrig!“ Ein Fest für die Kaskadeure. Zu guter Letzt entpuppt sich auch noch die aparte Anna Maria Pierangeli, die die ganze Zeit als Geliebte des bösen Strippenziehers agierte, in Wahrheit als „Agent X13“ oder so, und zugleich als Eheweib von Mr. Null Charisma! Kuss und Schluss. Die Welt ist ungerecht...

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