Review

Die Kritik beruht auf der ungeschnittenen DVD-Fassung von XT aus der DVD-Kollektion "Die Legende der reitenden Leichen", die die komplette Filmreihe enthält!

Entgegen der vielen bisherigen XT-Veröffentlichungen zähle ich diese DVD-Edition im Pappschuber zu den schwächsten.
Bild- und Tonqualität aller Filme sind zwar über jeden Zweifel erhaben, doch die DVD-Menues sind billig gestaltet und das vorliegende Bonusmaterial kaum der Rede wert.
Den Gipfel der Unverschämtheit stellt allerdings folgender Film dar, dessen ehemals geschnittenen Szenen nun eingefügt, gleichzeitig aber mit Schrifttafeln markiert wurden, die innerhalb des Films auf die früheren Handlungsschnitte hinweisen!

Zwei Jahre nach dem großen Erfolg des spanischen Horrorfilms "Die Nacht der reitenden Leichen" sollte mit "Die Rückkehr der reitenden Leichen" die Fortsetzung folgen.
Regisseur und Drehbuchautor Amando de Ossorio hält sich auch beim zweiten Teil der Schauermär sklavisch an die bewährte Erfolgsformel und verlegt die Handlung aus den Burgruinen direkt in ein angrenzendes Dorf, dass die Vernichtung der grausamen Tempelritter vor 500 Jahren feiert.

Der Schrecken der reitenden Leichen und der einfallsreiche, sowohl auf unheimlichen Grusel als auch blutigen Horror aufbauende Inszenierungsstil de Ossorios wird konsequent beibehalten, ohne jedoch die Qualität und den Unterhaltungswert des ersten Teils erreichen zu können.
Im Gegenteil: der Schauplatzwechsel ist eine der wenigen Neuerungen dieser Fortsetzung - ansonsten bleibt Regisseur de Ossorio dem Handlungsverlauf des ersten Teils treu, setzt allerdings vermehrt auf explizite Splatterszenen und langweilt mit einer unsinnigen Nebenhandlung, die mit trivialen Dialogen auf Telenovela-Niveau mehr schockiert als die blutrünstigen Tempelritter.

Der unheimliche Soundtrack von Antonio Abril sorgt auch hier wieder für eine angemessene und unheimliche Atmosphäre - ebenso wie das sorgfältig ausgestattete Setting in den Burgruinen und die schaurig kostümierten reitenden Leichen.
Doch abgesehen von seiner atmosphärischen Dichte hat die Fortsetzung nicht sehr viel zu bieten, da alles sattsam aus dem Original bekannt ist und hier nicht mehr den Schrecken zu erzeugen vermag wie es noch im ersten Teil der Fall war.

Einzig und allein das viel zu kurz geratene Herzschlagfinale zeugt ansatzweise vom inszenatorischen Einfallsreichtum de Ossorios und hebt sich deutlich vom eher behäbigen Rest des Films ab, dem es kaum gelingt, für Spannung und Dramatik zu sorgen.

Insgesamt ein streckenweise langweiliger Aufguß und wegen mangelnder Originalität nur durchschnittlich - mit großem Abstand aber noch erträglicher und unterhaltsamer als das, was dem Zuschauer als zweite Fortsetzung aufgetischt werden sollte.

Mehr dazu demnächst in diesem Kino!

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