Review

Krimi nach Raymond Chandler, der zwar ausgezeichnet beginnt, aber spätestens ab der Hälfte anfängt, sich ewig hinzuziehen und somit in ein sehr langes Goodbye ausartet.
Der Einstieg ist wie gesagt einfach, aber effektiv: Typ Single will nachts für seine Katze was zubereiten, hat aber nix und geht einkaufen. Sorte Katzenfutter ist nicht da, er holt was anderes und tauscht den Inhalt in die richtige Dose aus. Katze verschmäht es trotzdem.

Der linkisch – lakonische Typ stellt sich als Phillip Marlowe [ Elliot Gould ] heraus, der gleich danach Besuch von seinem ebenfalls parallel „vorgestellten“ Freund Terry Lennox [ Jim Bouton ] bekommt. Dieser hat Kratzspuren im Gesicht und an den Händen, auf Nachfrage gesteht er Streit mit seiner Frau und dass er für einige Tage weg muss, Marlowe fährt ihn nach Tichuana. Bei der Rückkehr erwarten ihn 2 Polizisten und 3 Tage Haft, Lennox’ Frau wurde ermordet. Nach den 3 Tagen kommt Marlowe wieder frei, Lennox selber hat nämlich Selbstmord in Mexico begangen. Dafür bekommt er jetzt Besuch von dem Gangster Marty Augustine [ Mark Rydell ], der 350000 Dollar von Lennox bzw. jetzt Marlowe fordert und als Nachdruck ganz galant seinem Betthäschen eine Flasche durchs Gesicht zieht.
Marlowe macht sich heimlich an die Verfolgung der Gauner und muss erstaunt feststellen, dass Augustin sich mit seiner Klientin Eileen Wade [Nina van Pallandt ] trifft, dessen Mann Roger [ Sterling Hayden ] er vor einiger Zeit suchen sollte.

Der Prolog bleibt bis zum Schluss das Beste, 2 wichtige Personen werden wie nebenbei vorgestellt, innerhalb von 10min ist man auf leichte Weise mit dem Setting vertraut und die Story kann beginnen, Interesse und Aufmerksamkeit ist vorhanden. Dieses hält durch auch eine Weile gut an, wird dann aber durch die plänkelnde Handlungsführung und die Konzentration auf Roger Wade verspielt, dessen trinksüchtiger Charakter nun einmal nicht zu greifen ist, der aber schlimmer so rein gar nichts mit dem Fall zu tun hat.

Einige makaber – lustige Szenen wie das spätere Entkleiden der Gauner, um ihre Ehrlichkeit auszudrücken oder der Running Gag mit dem Schauspieler nachahmenden Wachschutz hätten auch so in die Geschichte gepasst, ohne ganz die Erwartungen und Gewohnheiten des Publikums auszuhebeln; die fast komplette Abkehr vom Fall sowie die nicht wirklich überraschende Auflösung gehen schon ein Stück zu weit in Richtung Anti - Krimi.

Die Zeichnung der Komplexität der Umgebung, wo eben nicht alles einzuschätzen und in schwarz und weiss abzutrennen ist, gelingt zwar gut, aber zuungunsten der Spannung, wobei das Tempo sowieso ähnlich wie die halbnackte Frauenclique neben Marlowe’s Penthouse sehr entspannt ist.
Musikalisch nerven auf Dauer die ewigen musikalischen Variationen des „The Long Goodbye“, der übrige Score von John Williams fällt nicht weiter auf, kann daran liegen, dass nicht mehr kommt. Zsigmond’s Kamera bebildert die 70er etwas kontrastreicher als gewohnt; ein Merkmal, dass Gould’s schluffigem Marlowe zwar abgeht, der in seiner Ruhe und Schrulligkeit aber trotzdem ungeheuer cool wirkt.

Als Reise in eine spezielle Zeit und Welt bleibt der Film sehbar, Schwarzenegger’s Sekundenauftritt in gelben Shorts inbegriffen; Chandler – Fanatiker werden allerdings empört sein, und für den normalen Krimiseher ist zuwenig davon vorhanden.

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