Wir folgen Privat-Detektiv Philip Marlowe, der berühmten Figur von Raymond Chandler und ein Sinnbild des Film Noir. Regisseur Robert Altman projiziert die Handlung allerdings in die damals aktuelle Zeit, sprich die 70er Jahre. Ein interessantes Zeitdokument mit eindeutig kritischem Blick auf und durch die Straßen Hollywoods, seinerzeit eher im Niedergang. Ähnlich der Hauptfigur, hier Lebenskünstler und Verlierer in einer Person. Elliot Gould ist das ideale Gesicht für die Interpretation des Regisseurs, nicht attraktiv, aber doch mit einem interessanten Etwas. Zynisch, hartnäckig und unerschrocken wühlt er sich durch Unterwelt und Upper Class. Trotz distanziertem Einfühlungsvermögen in beide Sphären bleibt er jeweils eindeutig moralisch überlegen. Nicht minder zu seinen offiziellen Mitstreitern, der fragwürdig agierenden Polizei. Das klingt erstmal typisch für die Figur, ist jedoch in seinen Nuancen ein alternativer Ansatz, einer der nicht jedem Chandler und zum Beispiel Bogart Fan zu gefallen weiß. Leider gerate auch ich hier in diese Fronten, nicht zwischen. Weniger tough, weniger cool, weniger zielgerichtet, dafür desillusioniert und nihilistisch. Kein Ritter, wenn einer von trauriger Gestalt. Es waren andere Zeiten, Post-Flower-Power und New Hollywood. Altman ist und bleibt nicht mein Regisseur, zu unkonventionell arbeitet er sich am Unpopulären ab. Technisch meisterhaft, beachte man allein Kamera und Schnitt bei "The Long Goodbye", der Inhalt raubt mir allerdings das Wohlgefallen.