A Mood!
Lange Zeit habe ich diesen unfassbar zurückgelehnten und atmosphärischen Privatdetektivklassiker mit dem ebenfalls grandiosen „The Long Good Friday“ (u.a. mit Bob Hoskins) verwechselt, aber auch diese qualmende Nachtgeschichte über einen Detektiv zwischen Auftragskillern, Knast, Tijuana, verschwundenen Katzen und anderen schwarzen Löchern der Hollywood Hills hat es faustdick hinter den Ohren…
…lässt sich treiben…
„The Long Goodbye“ ist einer der coolsten (Neo-)Noirs seines Jahrzehnts. Oder aller Zeiten, besser gesagt. Den kann man nicht hoch genug schätzen. Klares Vorbild für sowas wie „The Nice Guys“. Die beste Version von Phillip Marlowe, die je auf Zelluloid gebannt wurde (sorry, Bogey!). Und eine Story, die überall und nirgends hingeht. Sexy Nachbarinnen, harte Cops, undurchsichtige gesellschaftliche Unterbäuche, Schweiß und kranker Scheiß. Und doch immer entspannt, in Whiskeylaune und stets im Anzug. Brusthaar und Bargeschichten. Die komplette Klaviatur! Einfach genial. Das ist 'ne Stimmung, das ist ein Vibe, das ist ein Fiebertraum zwischen Tod, Tragik und Trägheit. Alles, was Kino in den 70ern so stark gemacht hat. Und was im Amerika dieses Jahrzehnts unterschwellig schief lief. Rebellisch, subversiv, beiläufig. Weichzeichner und Wichser. Wenn selbst die Taxifahrer Krawatte tragen. Der Schleier lüftet sich, trotzdem ist nichts so richtig klar… Top!
Einer der ultimativen Privatermittlerfilme
Fazit: Couch, Whiskey, Katze au'm Schoß und „The Long Goodbye“… Das Leben ist gut!