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Eine besonders helle Leuchte scheint Vin Diesel (Extreme Rage) ja nicht gerade zu sein. Nachdem der ehemalige Türsteher die Hauptrolle in "2 Fast 2 Furious" abgelehnt hatte, verlangte er für die Fortsetzung seines Hits "Triple-X" stattliche 20 Millionen Dollar Gage. Jedoch spielt Vin Diesel noch längst nicht in der Liga eines Bruce Willis oder Arnold Schwarzenegger mit, weshalb man Diesel kurzerhand aus dem Projekt rauswarf und das Skript auf Ice Cube (Ghosts of Mars) umschreiben ließ. Statt wieder als Xander Cage böse Buben zu jagen, muss Vin Diesel nun in "Der Babynator" auf kleine Bälger aufpassen. Na, da muss sich das Pokern ja gelohnt haben, Herr Diesel.

Eine paramilitärische Einheit unter der Führung von General Deckert (Willem Dafoe) will mit einem Putsch die Regierung stürzen und die Weltherrschaft an sich reißen. Für NSA-Agent Gibbons (Samuel L. Jackson) gibt es nur einen Mann, der die Terroristen stoppen kann: den ehemaligen Soldaten und Kriminellen Darius Stone (Ice Cube). Stone sitzt allerdings gerade als Seifenaufheber im Militärgefängnis eine Haftstrafe ab und ist nicht besonders gut auf die Regierung zu sprechen. Trotzdem gewinnt Gibbons den Knacki für den Kampf gegen den skrupellosen General und schickt ihn in den härtesten Auftrag seines Lebens...

Ice Cube hat als XXX-Agent wesentlich mehr Charisma als Vin Diesel und macht einen ordentlichen Job, auch wenn er ab und zu mit angepisster Mimik durchs Bild läuft. Doch hier wird er glücklicherweise nicht mehr so extrem angepisst wie noch in "Hart am Limit". Aus dem Vorgänger ist wieder Samuel L. Jackson (Star Wars: Episode 3 - Die Rache der Sith) mit von der Partie. Obwohl er nur zu Beginn und im Finale mitmischt, wickelt Jackson seinen Part routiniert ab und gibt somit eine passable Performance ab. Als lokalen Schurken haben wir hier Willem Dafoe (American Psycho), der ein viel besserer Schurke ist als dieser Ostblock-Yorgi aus Teil 1. Zwar reicht seine Darstellung noch nicht an einen Alan "Die Hard" Rickman heran, doch man kann sich mit ihm zufrieden geben. Nona Gaye (Matrix Reloaded) enttäuscht hingegen als neues xXx-Girl und Stones' Tuning-Bitch. Sunny Mabrey (Species 3) und Scott Speedman (Underworld) machen ihre Jobs als intrigantes Miststück und NSA-Agent recht gut. Dann turnt auch noch Xzibit (Full Clip) als krimineller Ghetto-Gangster durchs Bild. Er wirkt noch wesentlich mehr angepisst als Ice Cube. Was hat der eigentlich hier zu suchen? Muss der nicht auf MTV die Schrottkisten von irgendwelchen mittellosen Teenies tunen?

Regisseur Lee Tamahori (Im Netz der Spinne) inszenierte bereits "007 - Stirb an einem anderen Tag" und weiß daher, wie man einen Agenten-Actioner einigermaßen gekonnt in Szene setzt. Daher fällt die Action hier um einiges besser und härter aus als im Vorgänger. Es wird geballert und gefightet, dass es schon fast eine wahre Freude ist. Es fliegt eine Menge Zeug in die Luft und auch das Capitol wird nicht verschohnt. Lediglich das Speedtrain-Finale wurde durch misserable CGI-Effekte und mehr als unlogische Szenen (Auto auf Schienengleisen, klar doch) nahezu komplett versaut und mindert den passablen Gesamteindruck des Films um ein weiteres. Die neuen Gegner spielen dementsprechent auch auf einer höheren Ebene und sind darum nun korrupte US-Soldaten sowie Politiker und keine einfach dahergelaufenen Schmutzfinger aus dem Ostblock. Kein Wunder, dass Xander Cage ins Gras beißen musste. Überraschenderweise kommt "xXx²: The Next Level" auch überwiegend unpatriotisch daher. Leider steht und fällt der Film nun mal mit Hauptdarsteller Ice Cube. Denn der ist ja seines Zeichens Rapper. Darum ließ es sich wohl nicht vermeiden, den Film mit inzwischen schon nervender Rap-Mucke und Klischee-Gangstern aus dem Ghetto vollzustopfen. Besagte Ghetto-Gangster kapern mal eben einen Panzer und kommen auch ansonsten mit übertriebener Coolness daher. Ohne dieses ganze Gangster- und HipHop-Zeug wäre aus "xXx²: The Next Level" noch ein ganz ordentlicher Actionfilm geworden. Doch es hätte vermutlich nicht sein sollen. Daher wird eine mögliche "xXx"-Reihe im Gegensatz zur 007-Reihe eher ein durchschnittliches Darsein in der Filmlandschaft fristen.

Im Endeffekt ist "xXx²: The Next Level" ein passabler Actioner mit ordentlichen Darstellern sowie toller Action. Auf dem Weg zum ganz großen Actionfilm steht dem Streifen allerdings (mal wieder) übertriebene Gangster-Coolness und nervige HipHop-Mucke im Wege. Bin mal gespannt, wer der nächste Triple-X wird. Dass es ein hochgarätiger Darsteller sein wird, bezweifle ich jedoch. Eher ein durchschnittliches Gesicht wie Vin Diesel und Ice Cube eben. Wie wäre es mal mit Eminem oder Ralf Möller? Nur so als Vorschlag.

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