"XXX", von Regisseur Rob Cohen, war für, den bis dahin noch relativ unbekannten, Vin Diesel, das Sprungbrett zur großen Karriere. Eine Action-Produzent nach dem anderen, ringte sich um den "James Bond der MTV-Generation", bis er ganz aktuell auf Schwarzeneggers Spuren watete und als "Babynator" in den Kinos lief. Ungefähr zur gleichen Zeit machte sich auch "XXX 2" in unseren Kinos breit, auf den Vin Diesel, nun mittlerweile schon ein recht verwöhnter Hollywood-Star, dankend verzichtete, da ihm der Gehaltsscheck einfach zu niedrig war. Verständlich, oder? Ice Cube konnte dafür als guter Vin Disel-Ersatz hinzugewonnen werden, doch die Qualitätssteigerung, zum miesen Vorgänger, ist nur marginal ausgefallen. Denn auch "XXX - The next Level" ist, genau wie sein Vorgänger, nicht mehr als ein explosives aber genauso flaches wie langweiliges Action-Filmchen, ohne echte Seele.
Nahezu jeden Fehler, den schon "XXX" machte, wird auch von seinem Nachfolger begangen. Das fängt schon bei der Geschichte an, die abgelatschter und Innovationsloser kaum sein kann. Wie so oft in Hollywoods Action-Krachern, so geht es auch hier um ein schwarzes Schaf im Weißen Haus, das dem Präsidenten ans Leder will. Also bricht eine Spezial-Truppe mal wieder alle bestehenden Regeln, um einen inhaftierten Sträfling zu einem Superagenten zu machen, der dafür sorgen soll, dass alles wieder auf die richtige Bahn kommt und der Verräter aus den eigenen Reihen dingfest gemacht wird. Wenn wir mal ehrlich sind, haben wir diese Geschichte schon in allen möglichen Variationen, in Hollywoods Action-Fabrik, zu sehen bekommen. Dazu kommt dann noch die Tatsache, dass das Skript an allen Ecken und Enden nur so vor Unlogikkeiten strotzt und das ganze Geschehen löchrig ist, wie ein Schweizer Käse. Also im Grunde genau das, was man von einem typischen 08/15-Actionstreifen aus der Traumfabrik erwarten kann.
Aber nicht nur die Story ist vollkommen hohl, auch in Sachen Handlung wird wieder einmal kaum etwas wirklich Interessantes geboten. Was die Action z. Bsp. angeht, ist hier wieder einmal alles genauso lahm und seelenlos ausgefallen, wie beim Vorgänger. Zwar wurden die Ballereien und Explosionen allesamt recht aufwändig und sauber inszeniert, doch wirklich mitreißen können sie einen trotzdem nicht. Denn wenn in einem Film selbst die kleinsten Sachen in einer riesigen Explosion zerstört werden, wenn das ganze Geballer auf harmlosesten PG 13-Niveau bleibt und man zwar immer nur sieht wer ballert, aber nicht wer getroffen wird, dann ermüdet einen das ganze Geknalle und Gebummse schon nach wenigen Minuten. Etwas mehr Mut zur Abwechslung und die ein oder andere Szene für ein R-Rating, hätte dem Ganzen sicher gut getan.
Und wenn die Action mal ruht, dann wird es erst recht langweilig. Im Vergleich zum Vorgänger, ist es hier zwar ab und an mal leicht spannend, doch wirklich bei Laune halten, können einem die "Zwischensequenzen" nicht. Im Grunde lahmt die Handlung meist nur vor sich hin und kommt nicht so recht vom Fleck. Erst der Showdown kann etwas für Thrill sorgen. Ansonsten aber darf man auch ruhig nebenbei mal in einer Zeitung blättern, ohne etwas Aufregendes zu verpassen.
Nur in Punkto Darstellerleistungen wird wirklich guter Stoff geboten. Ice Cube, als neuer "XXX", macht seine Sache doch erstaunlich gut und kann die Fußstapfen von Vin Diesel gut ausfüllen. Samuel L. Jackson ist, wie eigentlich immer, ebenfalls super, hat aber leider etwas wenig Screentime abbekommen. Und auch Willam Dafoe kann gefallen, auch wenn er irgendwie anscheinend immer die gleichen Rollen spielt, wenn er den Bösewicht gibt. Aber nun gut.
Fazit: Genauso lahmer wie dümmlicher zweiter Teil der "XXX"-Filmreihe, der in Sachen Story und Drehbuch wieder einmal einen absoluten Tiefpunkt im Action-Genre bietet, aber auch mit seiner, zugegeben gut inszenierten, Action nicht wirklich überzeugen kann, da die Abwechslung einfach zu kurz kommt und der Mut zu wenigstens etwas mehr Härte vollkommen fehlt. Nur die Darsteller schaffen es, wenigstens ein wenig der verbrannten Erde zu retten. Ansonsten aber ein typischer Action-No-Brainer für alle Action-Freaks, die von der ewig gleichen Action-Leier einfach nicht genug bekommen können. Ein Fünkchen besser als der Vorgänger ist das Ganze, in meinen Augen, zwar schon, aber was heißt das schon?!
Wertung: 3,5+/10 Punkte