*** SPOILERWARNUNG ***
Nach dem Erfolg des Unsichtbaren anno 1933 dauerte es sieben Jahre bis zum quasi-Sequel. Quasi, da die Geschichte zwar Anknüpfungspunkte zum Vorgänger bietet, man aber einer neuen Hauptfigur folgt. Diesmal sieht man Vincent Price (nicht) als Geoffrey Radcliffe, der unschuldig im Gefängnis sitzt. Ein Mord, den er nicht begangen hat, soll ihn an den Galgen bringen. Sein Freund Dr. Griffin (John Sutton) verabreicht ihm bei einem Besuch das berüchtigte Serum, sodass Radcliffe entkommen kann und nun auf der Flucht ist.
Die Geschichte gibt sich dabei Mühe, etwas anderes zu bieten und nicht den Plot aus dem Vorgänger zu wiederholen, was ihr allerdings nur bedingt gelingt. So ist Radcliffe hier nicht direkt der durchgedrehte Krawallmacher, der mordend durch die Gegend wandelt.
Wieder wird Bezug auf die Substanz genommen, die den Wahnsinn auslöst, am Gegenmittel wird geforscht, doch auch hier mündet es in die bekannte Allmachtsfantasie. Insgesamt kommt Radcliffe aber etwas vielseitiger rüber als Griffin von 1933. Der Krimiplot wird allerdings nicht stringent durchgezogen, ein paar Nebenschauplätze durchbrechen die Geschichte, wobei die humorvoll gemeinten Einlagen nicht immer treffen. Dass im Verlauf relativ bald enthüllt wird, wer der Mörder und dass Radcliffe somit unschuldig ist, nimmt dem Ganzen auch ein Stück die Spannung.
Die Effekte wirken etwas ausgefeilter und werden vielseitiger eingesetzt. So versucht man es nun auch mit Rauch und der Regen ist nicht Radcliffes Freund. Vieles bewegt sich wieder von Geisterhand, man nutzte auch stop motion und allerlei Drahtseile. Letztere erkennt man allerdings auch immer wieder, HD sei Dank. Das tut dem Sehvergnügen aber keinen Abbruch, stimmig und gut gemacht sind die Effekte allesamt trotzdem.
Ansonsten erinnert manches an den Erstling, sodass man sich den Vorwurf gefallen lassen muss, sich auf vertrautes Terrain zu verlassen. Die Figurenkonstellation ist ähnlich, es wird sich wieder vor dem Spiegel entbunden und am Ende liegt jemand im Krankenbett und wird sichtbar.
Irgendwie witzig, dass im Vorspann extra darauf hingewiesen wird, dass es sich um ein Sequel handelt. Was waren das für Zeiten. Bei modernen Filmen müsste man eigentlich mal drauf hinweisen, wenn es keins ist.
Unterm Strich eine okaye Fortsetzung, diesmal mit Vincent Price in der Hauptrolle. Ein paar nette Effektsequenzen, aus dem Vorgänger übernommene Handlungsbausteine und Bezüge, trotzdem für Fans der alten Grusler aus den Universal Studios sehenswert.