5
Die Gruselklassiker der 1930er und 40er sind selbst mir eine Spur zu angestaubt und zu überholt. Universals Wolfsmensch ist sicherlich eine weitere Ikone des frühen Horrorgenres, auch wenn sie sich nie aus dem Schatten von Dracula und Frankensteins Monster lösen konnte. In jedem Fall ist es eine besonders tragische, weil persönlichkeitsgespaltene Figur, mit der sich das US-Publikum wohl auch etwas besser identifizieren konnte als etwa mit einem exzentrischen Adeligen aus den Karpaten. Zwecks Eskapismus vom Weltkriegs-geprägten Alltag wird auch Europa diesmal komplett außen vor gelassen, von den Roma-Leuten mit ihren Reisewagen im vernebelten Wald mal abgesehen. Ich respektiere die Mühe, die vor allem in die Atmosphäre und die Masken einflossen, doch insgesamt ist der Film so harmlos, blutarm und bieder, dass er heute bedenkenlos im Nachmittagsprogramm gezeigt werden könnte.
9
George Waggner´s "Der Wolfsmensch" hat mich ohne Frage sehr überzeugt. Wenn der Vollmond aufzieht, dicke Nebelschwaden sich über das Moor legen und Larry unheilsverkündend heult, dürfte das auch heute noch jedem eine Gänsehaut über den Rücken jagen. Zwar ist der Film aus heutiger Sicht nichtmehr als Horrorfilm zu bezeichnen, aber guten Grusel bietet er definitiv und dass er zurecht ein Klassiker ist, steht außer Frage. Mit Lon Chaney, Jr., Claude Rains und Bela Lugosi vereinen sich hier drei Berühmtheiten des Horrorfilms, denen man gerne zusieht. Ansehen für jeden Gruselfan und Nostalgiker Pflicht! 9/10 Punkte und eine Empfehlung!