„Zeugin der Anklage“ ist ein spannender Gerichtsfilm, der aber auch Dank Charles Laughton einiges an Humor zu bieten hat.
Nach seinem Herzinfarkt soll der berühmte Strafverteidiger Sir Wilfrid Roberts (Charles Laughton) kürzer treten und nur noch Fälle übernehmen, die weniger spektakulär sind und ihn nicht mehr aufregen.
Just in diesem Moment kommt ein neuer Klient in Roberts Büro. Leonard Vole soll die reiche Witwe Emily French aus Habgier umgebracht haben. Vole beteuert seine Unschuld, doch alle Indizien sprechen gegen ihn. Nur seine Frau Christine (Marlene Dietrich) kann ihm ein Alibi geben. Roberts, erst weniger begeistert, nimmt den Fall doch an. Doch schon nach seinem ersten Gespräch mit Christine Vole bekommt Roberts einige Schwierigkeiten, da diese ihm erzählt, überhaupt nicht mit Leonard verheiratet zu sein, sie wollte nur damals weg aus Deutschland, wo sie selbst verheiratet ist. Doch diese Überraschung ist noch gar nichts, was Roberts erst im Gerichtssaal erwartet...
Beeindruckend ist dieser Film alle mal. Er schafft locker den Spagat zwischen einem ernsten Gerichtsfilm, ohne dabei den Humor außer Augen zu lassen. Dies liegt schon allein an Charles Laughton, der in einer Paraderolle den Strafverteidiger Roberts darstellt. Immer auf der Flucht vor seiner Krankenschwester, die ihn ins Bett bringen will und ihm lauwarmen Kakao einflößt. Dazu sind Zigarren und Alkohol tabu, Hollenqualen für Roberts.
Genau andersrum erleben wir Marlene Dietrich als kalte Person, die offensichtlich ein falsches Spiel spielt, doch selbst Roberts wird aus ihr nicht schlau.
Erfährt der Zuschauer am Anfang noch, wie Leonard seine Frau und die Witwe French kennen gelernt hat, so spielt sich danach aber fast nur noch alles im Gericht ab, wo sich Laughton ein Schlagkräftiges Duell mit dem Staatsanwalt liefert, natürlich immer mit einer Prise Humor und genug Kakao...oder vielleicht doch kein Kakao.
Die Nebenrollen sind auch vorzüglich besetzt, z.B. Frankenstein-Darstellerin Elsa Lanchester.
Das Finale kann man getrost als genial beschreiben. Der Film endet mit einem Knalleffekt, den man so nicht erwartet hat. Sicherlich erwarte man, dass Sir Wilfrid noch ein As im Ärmel hat, aber selbst das Ende macht ihn quasi sprachlos, wenn der Fall endgültig aufgelöst wird.
Sicherlich eins der besten Enden aller Zeiten, welche ich bis jetzt gesehen habe.
Fazit: Ein Klassiker mit einem genialen Ende und einem virtuos spielenden Charles Laughton.
Laughton ist in Höchstform, sowohl als Anwalt, als auch von seiner komischen Seite. Gepaart mit der unterkühlten Marlene Dietrich ein Fest der Schauspielkunst. Ansehen!