Review

kurz angerissen*

erstmals veröffentlicht: 17.08.2014

Ein spätestens zur Auflösung schreiend gimmickhaftes Verwirrspiel vor Gericht, das mit dem abschließenden Off-Kommentar, man möge seinen Freunden und Bekannten den Film weiterempfehlen, aber nicht die Auflösung verraten, wie ein Hitchcock- oder William-Castle-Film daherkommt. An der Seriosität der formell über weite Strecken makellosen Agatha-Christie-Verfilmung aus Billy Wilders Hand mag das ein wenig rütteln, der Sensationswert ist dafür aber hoch – hier lohnt es wirklich, bis zur letzten Minute am Ball zu bleiben. Zuvor ist „Zeugin der Anklage“ eine bekömmliche Mischung aus Humor (wenn der alternde Strafverteidiger mit Herzproblemen einfach nicht von seinem Beruf loskommt), Krimi-Spannung (wenn sich die mysteriöse Geschichte um Marlene Dietrich langsam entblättert) und Drama (wenn sich vor Gericht lebensverändernde Entscheidungen ergeben). Für ein Meisterwerk lässt sich trotz der starken Schauspielleistungen und der fesselnden Atmosphäre leider zu viel Selbstzweck feststellen; letztlich kommt es eben doch nur drauf an, dass der Zuschauer noch ein letztes Mal möglichst unsanft aus dem Sessel gekippt wird – zu Lasten der inneren Kohärenz.

*weitere Informationen: siehe Profil

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