Als das Halbblut Keoma (Franco Nero) in seine Heimat zurückkehrt, findet es nur Verwüstung, Krankheit und Degeneration vor. Seine drei Brüder haben sich einer brutalen Bande angeschlossen, die die Stadt eisern im Griff hält. Nur sein desillusionierter Ziehvater (William Berger) und dessen heruntergekommener Sklave (Woody Strode) setzen noch Hoffnungen in ihn…
Ein Film aus einer Zeit, in der Macher noch mit Herzblut bei der Sache waren: In opernhaft stilisierten Bildern lässt Castellari seine enttäuschte Erlöserfigur die Stadt vom Unheil reinigen und inmitten von materiellen und geistigen Trümmern den Grundstein für eine bessere Welt legen. Die Verlockungen der Anpassung und die Leiden des Widerstands werden dabei anhand von Keomas gespaltener Familie sinnfällig exemplifiziert. Die Versprachlichung weltanschaulicher Thesen in Dialog und Gesang bleibt als Teil der überhöhten Komposition schlüssig. Ein leidenschaftlich formuliertes Plädoyer für den Streit um Freiheit und Gerechtigkeit, emotional anrührend und formal überwältigend.