Review

Soooo endlich habe ich diese Luecke in meiner filmischen Biographie abgearbeitet und wuerde am liebsten gleich wieder an den Anfang zurück springen....Aber fangen wir vorne an:

Kurz zur Story:
Keoma, ein Indianer-Halbblut, kehrt nach dem Bürgerkrieg in seine Heimatstadt zurück, findet dort jedoch nur Krankheit, Zerstörung und die Unterdrückung der örtlichen Bande des Grossgrundbesitzers vor. Als er eine schwangere Frau rettet, der man vorwirft mit Pocken infiziert zu sein, zieht er die Aufmerksamkeit der Bad Guys auf sich. Doch Keoma hat auch noch eine Familienangelegenheit zu regeln.

Keoma ist neben Django einer DER Filme die das Genre Gothic-Western; perfekt repräsentieren. Die gesamte Stimmung des Films, das Setting und die hervorragende Kameraarbeit beschwoeren eine apokalyptische Atmosphaere herauf, die mich an ;Leichen pflastern seinen Weg erinnert. Franco Nero gefaellt mir hier sogar noch besser als in Corbuccis Klassiker, da seine Figur in Keoma mehrschichtiger und facettenreicher ist. Waehrend Django keine Ideale zu kennen scheint, strebt Keoma nach einer Welt voll Frieden und Freiheit und muss doch immer wieder Gewalt anwenden.
Mehrere Punkte machen Keoma einfach zu einem Erlebnis:

Die ausgezeichnete Besetzung, ganz voran Nero und William Berger (der schon fuer John Ford vor der Kamera stand), die die Stiefvater-Sohn Beziehung ohne jeden Kitsch glaubwürdig verkörpern und Woody Strode zeigt, dass das Ende des Bürgerkriegs nicht das Ende der Unterdrueckung der Afroamerikaner war. Dann die kunstvoll eingeflochtenen Rueckblenden auf die Kindheit Keomas (unbedingt die Kinowelt DVD kaufen), die parallel zur Handlung verlaufen.
Die aussergewoehnliche Musik, die nicht nur hervorragend komponiert ist, sondern deren Text sich auch immer direkt auf die Szene bezieht. Ein Kunstgriff der oft schief geht, hier aber passt wie die Faust aufs Auge. Gerade die Inszenierung erinnert hier oft an die Form der griechischen Tragoedie (Der Prolog als Keoma die Stadt betritt, die alte Frau die immer wieder auftaucht, die Filmmusik als kommentierender Chor....). Natuerlich kommt bei all diesem kuenstlerischen Anspruch die Action nicht zu kurz. Die Shoot-Outs sind allesamt hervorragend choerografiert und geschnitten, es wird ausgiebigst der Peckinpah-Zeitlupe gehuldigt. Ausserdem darf Keoma ein paar aeusserst feine One-Liner abliefern. Also auch an dieser Front alles im gruenen (oder roten) Bereich.
Um das alles zusammenzufassen:Keoma ist ein aussergewoehnlicher und einer der besten Spaetwestern. Form und Inhalt passen perfekt zusammen, die Musik ist hervorragend (auf CD erhaeltlich) und bei der Besetzung gibt es keine Ausfaelle. Schade dass dem Film beim Kinostart kaum einer eine Chance gab, denn kurz vor Ende der Western-Aera wurden hier noch einmal neue Impulse geliefert. Keoma koennte der Hippie-Bruder von Django sein und das meine ich nicht abwertend.
Gehoert zu den Western die man gesehen haben sollte.

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