Review

1976 lag das Italowesterngenre schon in den letzten Zügen, da gab es noch den ein oder anderen Lichtblick auf der Kinoleinwand zu bestaunen.
Franco Nero spielt wiederholt einen typischen Antihelden, der sich durch eine karge, fast schon postapokalyptische Westernkulisse kämpfen darf. Die Inszenierung ist genretypisch dreckig und schmutzig gehalten. Besonders schräg klingende Songs unterstreichen das durchgängig bittere Geschehen.
Die Storyline ist schlicht, dafür ist die emotionale Wucht umso heftiger. Regisseur Castellari zelebriert Slowmotion-Szenen bis zum Überfluss. Dies kann eine filmische Huldigung an Peckinpah sein, dennoch sind überbordende Zeitlupensequenzen auch in seinen in den 1980er-Jahren gedrehten Endzeitfilmen RIFFS 1 + 2 zu sehen. Anzumerken ist, dass es in KEOMA Schießereien ohne Gnade und Ende gibt, unrealistischerweise kaum Kunstblut-getränkt. Gerade in den Slowmotion-Kills fällt dies krass und fast schon störend auf. Revolvermänner werden regelrecht durchsiebt, aber Blut gibt es keines zu sehen. Jedoch handelt es sich mitnichten um "Bud Spencer und Terence Hill"-Popcorn-Gewalt. Die Szenen in dem vorliegenden Italowestern sind auch ohne blutige FX sehr hart geraten.
KEOMA wirkt wie ein letztes positives Aufbäumen vor dem Niedergang des Genres. Vielleicht einer der besten Western seiner Art.
8 von 10 unblutigen Showdowns!

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