Luis Buñuel schießt scharf gegen das Großbürgertum & es ist eine Wonne, dem bissigen Spaß beizuwohnen. Eine richtige Handlung hat der Film nicht, er besteht aus einer Reihe kleinerer Episoden, die zusammenhängen.
Ausgangspunkt ist ein Abendessen, das nicht zustande kommt. In weiterer Folge wird es immer wieder Probleme mit dem Essen & dem Trinken geben. Die Kirsche auf der leckeren Torte sind die Stars, darunter Fernando Rey, Jean-Pierre Cassel, Delphine Seyrig & Stéphane Audran, die spielen ganz wunderbar & holen aus den Situationen, die von witzig über hinterhältig bis absurd reichen, alles raus.
Es ist das Zusammenspiel der Situationen, der Figuren, der präzise agierenden Stars & der Dialoge, die den Film so verdammt komisch machen. "Ist meine Frau in deinem Schlafzimmer?" - "Ja. Aber erst seit fünf Minuten." Köstlich! Auch genial: Der Leutnant, der sich im Restaurant (in dem es leider keinen Tee & keinen Kaffee mehr gibt!) zu drei Frauen setzt, um ihnen von seiner schrecklichen Kindheit zu erzählen. Oder der Bischof-Gärtner!
An einer Stelle platzen aus heiterem Himmel Soldaten in die Bude & ich dachte sofort an Monty Python: Nobody expects the Spanish Inquisition! Allerdings tritt der Humor im weiteren Verlauf zunehmend in den Hintergrund, vor allem im letzten Drittel, wo es phasenweise auch bitter & traurig wird. Die Verschmelzung der Realität mit Träumen, welche als solche meist nicht erkennbar sind, sorgt für zusätzliche Verunsicherung.
Ein exzellenter, kraftvoller Film, der nach dem Abspann noch einige Zeit im Kopf herumspukt.