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Nachdem Inspector Tom [ Pai Ying ] einen Räuber vom Dach geschossen hat, wird ihm mit Chang Siu Cheung [ Kent Cheng ] ein neuer Partner zur Seite gestellt, der nächste Fall wartet bereits. Mehrere Prostituierten wurden ermordet, als Täter fällt schnell der Tycoon - Sohn Paul Kwok ins Radar, ein überlebendes Opfer hat ihn identifiziert. Doch die Beweise reichen nicht aus, vor allem weil der Herr Vater [ Tien Feng ] die Zeugin beseitigen lässt. Tom setzt seine Freundin Leung [ Gigi Wong ] als Lockvogel auf Paul an, während dessen Vater gleichzeitig den Killer auf Tom losschickt...

Copthriller, bei dem gleich 2 bekannte Namen des HK Kinos ihre Debüts feierten, Alfred Cheung [ Regisseur von ON THE RUN, HER FATAL WAYS 1-4, PAPER MARRIAGE, THE GROUP ] lieferte hiermit sein erstes Drehbuch ab, Ronny Yu [ Regisseur von LEGACY OF RAGE, BRIDE WITH WHITE HAIR, FREDDY VS JASON ] seinen ersten eigenständigen Film. Ansonsten hat der Streifen keinerlei Besonderheiten zu bieten, sondern ist ganz einfach nur ein Ripoff von DIRTY HARRY und anderen harten Cops des 70er Jahre Kinos, wobei der Film so nah an seinen Vorbildern ist, dass er öfters wie ein Deja Vu erscheint.
Das 08/15 Skript funktioniert nach den Genregesetzen, die logischerweise wenig erfahrene Regie [ Yu hat sich nach eigenen Angaben ein Tag vorher ein Handbuch geben lassen und durchgelesen ] filmt zumeist bedeutungslos ab und liefert ein höchst mittelmässigen Endprodukt, was bei der zu bekannten Vorlage einfach nicht ausreicht.

Einige gute Punkte werden dennoch rausskizziert, und zwar ist das ausgerechnet die Beziehung von Tom zu einem kleinen Jungen aus dem Waisenhaus, um den er sich wie ein Vater kümmert und was auch so überzeugend auf der Leinwand herüberkommt. Das hat zwar für die Handlung keinerlei Relevanz, ist aber auch das einzige Merkmal, was den Polizisten aus der Klischeeschiene "Tougher Cop" heraushebt und ihn überhaupt erst lebendig macht; die Beziehung zu seinem Partner und auch der Frau sind nämlich sehr unterkühlt.
Der zweite gute Ansatz war die Figur des Vaters und seine plötzliche Einstellung gegenüber seinem Sohn, als dieser in Bedrängnis gerät. Zuerst eine Mischung aus Verachtung und Ignoranz, und nach der Verhaftung auf einmal väterliche [Für]Sorge; auch diesmal ohne Platitüden herausgearbeitet.
Und das dritte und letzte ist die Beziehung von Leung zu Kwok, diese hat zwar selber Interesse an der Aufklärung, mag Kwok mit der Zeit aber und ist von seiner Unschuld überzeugt; am Ende des Filmes bricht sie auch mit Tom, die Linie ist überschritten.
Action ist übrigens keine, wo auch; die Gewaltszenen wirken zudem leicht geschnitten, gehen scheinbar aber auch so nicht in die Vollen. Darstellerisch wird besonders beim Killer später chargiert, als Ausdruck der Psychose war das wahrscheinlich so geplant, immer am simpelsten zu spielen. Der Rest liefert eine ordentliche Leistung ab, ohne aufzufallen.

Wäre die Handlung nicht ganz so komplett überraschungsarm und bekannt und/oder die Regie einen Tick pointierter, hätte durchaus was dabei herauskommen können, so ist nur ein von der Entstehung her bedeutsamer Film, der abseits davon als "durchschnittlich gelungen" zu kennzeichnen ist.
Ach, Bronson’s EIN MANN WIE DYNAMIT ist lustigerweise noch später entstanden.

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