Bernd das Brot ist zurück! Nachdem es einige Zeit beängstigend ruhig um das Kastenweissbrot und seine Freunde, Briegel der Busch und Chili das Schaf, geworden ist, meldet er sich nun mit seinem neusten Spielfilm endlich zurück. Und nachdem in den letzten Filmen zwei Literaturhelden und die Musikbranche ihr Fett abgekriegt haben, so geht es nun dem Heiligtum eines jeden Science-Fiction-Freaks, an den Kragen: Star Trek und Star Wars. Und auch beim 4. Mal hat es wieder zu einem irrewitzigen Puppen-Spektakel gereicht, wenn auch mit leichten Qualitätseinbußen, im Vergleich zu den Vorgängern.
"USS Bumblebee Bush" ist im Prinzip eine Zusammenschweißung von 5 Episoden, der berühmten Reihe aus Chili.TV! Briegel kämpft hier als Captain Briegel T. Bush, zusammen mit Lieutenant Chili und Mister Brot, gegen "Götz den Gnadenlosen", einen Bösewicht vom Sternenbund, mit dem er noch eine Rechnung offen hat. Die Story kann dabei durchaus gefallen, da sie mit viel Liebe zum Detail erstellt wurde, kindergerecht ist und wieder einmal wirklich alles aufs Korn nimmt, was, diesesmal im All, nicht Niet und Nagelfest ist.
Angefangen beim Raumschiff "Bumblebee Bush", welches wie eine knallbunte Version vom Raumschiff Enterprise wirkt. Briegel ist dabei natürlich ein perfekter Klon von Captain Kirk, Chili ist die schafige Version von Hikaru Sulu und Bernd das Brot macht Captain Spock wirklich alle Ehre. Im Laufe des Films begeben sich dann die drei Freunde u.a. zu einen Schrotthändler und wollen ihm, in bester Star Wars-Manier, ein paar Utensilien abluchsen. Da Briegel und Co. aber nun mal keine Jedi-Ritter sind und der Trick nicht funktioniert, zieht sich Chili ganz schnell mit der Kredit-Karte aus der Atmosphäre. Und das soll nur mal ein Beispiel, der hier wirklich reichhaltig vorhandenen und gelungenen Parodien auf den ST- und SW-Kult sein.
Wahres Gold, und wirklich einen Brüller nach dem Anderen, sind aber mal wieder Bernds Sprüche wert. In bester Brot-Manier, haut unser aller Lieblings-Depri-Zyniker wieder Sachen vom Stapel, die einen Harald Schmidt fast vor Neid erblassen lassen. Beispiel gefällig? Nach dem Briegel vorschlägt ein Experiment durchzuführen und daraufhin gebeten wird, dies nicht zu tun (Wer Briegel kennt, weiß warum), antwortet Bernd auf seine typische Art: "Vergessen sie's, er tut es sowieso! Der Schicksalseisbrecher hat gerade seinen Hafen verlassen. Wir sind beide nur Eisschollen, die nichts weiter tun können, als die Buckwelle zu bestaunen, die unaufhörlich näher kommt, im Ozean des Leidens!" Na wenn das mal nicht Lust auf mehr macht!
Aber noch zwei andere Gestalten animieren hier zum Totlachen. Da wäre zum einen Darsteller-As Norman Cöster, der wieder einmal in alle möglichen Rollen schlüpft und in einer komischer agiert als in der Anderen. Allen voran natürlich der brillant durchgeknallte Nachrichtenssprecher, der von Cöster einfach nur herrlich überdreht dargestellt wird. Höhepunkt dabei die Stelle, in der er den Film per Vorhang unterbricht und das Publikum darauf hinweist, dass nun Briegels blanker Hintern zu sehen sei und deshalb, aus Jugendschutzgründen, anstatt des Films, erst einmal eine kurze Einlage von "Albert dem altersschwachen Androiden" gezeigt wird, wie er mit instabiler Anti-Materie jongliert. Man sieht also, selbst unsere überstrengen Jugendschützer werden nicht von Brot & Co. verschont. Dazu dann noch Normans Auftritt als völlig verblödeter Superheld "Buckstar" und Seifenopern-Sternchen "Silvia". Kurzum, wenn Norman auftritt, ist das Lachen riesig!
Die andere Figur, neben Normans Rollen, die dann ebenfalls noch für einige Brüller sorgt, ist der Hilfsroboter von "Götz dem Gnadenlosen". Der nämlich, verhohnepipelt seinen "Gebieter" jedesmal aufs Trefflichste, wenn der irgend einen übertrieben bedeutungsschwangeren Satz von sich gibt. Und zwar meist in Form von irgendwelchen, total bescheuerten, Liedern, die aber völlig aus der Luft gegriffen sind. Ich jedenfalls, bin ein ums andere Mal fast vom Sofa gefallen, wenn dieses "Ding" losgelegt hat. Schade nur, das seine Screen-Time viel zu kurz ist.
Und damit kommen wir nun zu einigen Kritikpunkten. Denn nicht nur die Screen-Time von diesem Roboter-Ding ist zu kurz, auch Bernd scheint hier irgendwie ins Nebenrollen-Fach abgerutscht zu sein. Im Gegensatz zu den ersten drei Filmen, ist Bernd dieses mal, verhältnismäßig, doch meist nur recht kurz im Bild. Und das drückt den Spaß dann doch ein wenig.
Zum anderen ist das Geschehen leider auch, ab und an, ein wenig unübersichtlich. Vor allen in den ersten Minuten des Films, regiert fast schon das Chaos. Kinder könnten da schon mal aus dem Konzept kommen. Hier hätte vielleicht doch etwas mehr Sorgfalt, beim Zusammensetzen der einzelnen Szenen, walten müssen. Ohne Chaos wäre Bernd zwar sicher nicht Bernd, doch so unübersichtlich, wie das Treiben hier manchmal ist, muss es dann doch nicht sein. Teilweise mag das allerdings auch an der Tatsache liegen, dass es sich dieses mal eben nicht um ein Bernd-Film-Special an sich handelt, so wie es bei den Vorgängern war, sondern eben "nur" um eine Zusammenstellung von fünf aufeinander folgenden Episoden einer beliebten Unter-Reihe aus Chili.TV. Aber nun gut!
Was die Inszenierung angeht, da muss man die Leute von Bummfilm (Chef: "RTL-Samstag Nacht"-Comedian und Bernd-Erfinder Tommy Krappweis) allerdings wieder voll und ganz loben. Egal ob man sich nun die tollen Kulissen, die aufwändigen Kostüme, die wunderbare Musik oder das, wieder einmal mehr als gelungene, Puppenspiel nimmt, hinter allem ist ein spürbar großer Aufwand zu bemerken, den so manch großer Kinofilm nicht zu bieten hat. Für eine kleine Kinderfernseh-Produktion ist der Aufwand sogar beachtlich. Nur die Special Effects wirken wieder etwas billig auf das geschulte Auge, doch daran stören kann man sich eigentlich nicht, da sie dennoch ganz schick aussehen. Und mehr erwartet man hier eigentlich auch nicht!
Fazit: Auch Bernds vierten Filmausflug darf man als gelungen bezeichnen. Eine nette Story, verbunden mit einer, fürs Kinderfernsehen, aufwändigen Inszenierung und unglaublich viel vom typischen Chili.TV-Witz, ergeben eine gute Stunde beste Unterhaltung, für den geneigten Chili.TV-Fan. Schade nur, dass Bernd dieses mal, vergleichsweise, etwas zu kurz kommt und das Geschehen ab und an ins Unübersichtliche abrutscht. Ansonsten kann man aber nur sagen:
"Beam me up Mister Brot und bis zum nächsten Film!"
Wertung: 6,5+/10 Punkte