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Köstlich! So einen witzigen Film habe ich schon lange nicht mehr im Kino gesehen. Wusste ich mit „Per Anhalter durch die Galaxis“ vorher überhaupt nichts anzufangen, bin ich jetzt ganz Feuer und Flamme. Man hört ja immer bei Kinofilmen, die auf Fernsehserien oder Bestsellern basieren, Unkenrufe von Fans, die den Geist der Vorlage vermissen oder in deren Augen der Kinofilm schlicht und ergreifend Schrott ist. Dennoch ist „Per Anhalter…“ für jeden SF-Filmfan oder Liebhaber britischen Humors ein Muss.

Zur Story: Arthur Dent versteht die Welt nicht mehr: erst wollen wild gewordene Bauarbeiter sein Haus abreißen und dann wird die Erde gesprengt, um einem intergalaktischen Highway Platz zu machen – ein richtig schlechter Tag eben. Dent wird aber von seinem Freund Ford – der sich als Alien entpuppt – gerettet und fortan trampen die beiden durch die Galaxis mit ihrem Anhalter-Reiseführer mit Titel „Don`t Panic“ („Keine Panik“ ist zudem auch der am häufigsten gesprochene Satz im Film)…

Obwohl sich die Story ziemlich dünn anhört, gibt es hier Originalitäten bis zum Abwinken, die man als abgefahrene Parodie auf „Star Trek“ und „Star Wars“ verstehen kann: einem notorisch gut gelaunten Bordcomputer des Raumschiffs „Herz aus Gold“ steht Marvin der manisch-depressive Roboter gegenüber („Ich habe da einen Vorschlag, aber mir hört ja sowieso keiner zu.“). Marvin gehört bei seiner „Sterbeszene“ gegen Ende auch der traurigste und süßeste Moment des Films (im ganzen Kino war ein lautes „Orrrrrr“ zu hören). Die Vogonen (sozusagen die Bösen)sind Erz-Bürokraten und können kein flüchtiges Schiff verfolgen oder auch nur aufs Klo gehen, ohne vorher ein Formular eingereicht zu haben, welches das erlaubt. Der Supercomputer der die „Frage nach Allem“ mit „42“ beantwortet sieht lieber fern, als irgendwelche geistige Arbeit zu vollführen und diejenigen, die die Erde „in Auftrag gegeben haben“ waren Mäuse. So etwas wie Warp-Geschwindigkeit gibt`s natürlich auch, nur heißt es hier „Unwahrscheinlichkeits-Drive“.
Die Liste von richtig witzigen Einfällen lässt sich hier weiter fortführen, würde aber den Rahmen sprengen. Der skurrile und recht absurde und verschrobene aber urkomische(britische) Humor hält sich über die gesamte Länge des Films auf konstant hohem Niveau und macht den Film (ebenso wie viele recht gut gelungene Special-Effects) äußerst kurzweilig und unterhaltsam – wenn es schon keine wirkliche Story gibt.
Die Darstellerriege kann durchaus überzeugen, auch wenn man keine schauspielerischen Meisterleistungen erwarten kann und darf: u.a. spielen Sam Rockwell („Geständnisse“) als zweiköpfiger Präsident der Galaxis, Warwick Davis („Willow“, „Leprechaun“) als Marvin, Bill Nighy („Tatsächlich Lebe“, „Shaun of the Dead“) als Erd-Architekt und Charakterdarsteller John Malkovich („Gefährliche Liebschaften“) als Prophet.

Auch für Liebhaber der Bücher und der Fernsehserie gilt: ab ins Kino, und „Keine Panik“: es lohnt sich wirklich. In diesem Sinne: „Macht`s gut und danke für den vielen Fisch!“

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