Review

Auf diesen Film war ich sehr gespannt. Die Story hörte sich interessant an: Drei Gangster wollen eine Bank leer räumen und währenddessen taucht eine andere Gang auf, die das selbe Ziel verfolgt. Als dann noch die Polizei mitmischt beginnt eine nervenauftreibende Belagerung...

Ich las mir die Inhaltsangabe durch und war neugierig. Sie hörte sich interessant und sehr spannend an. Als der Film dann im Free-TV ausgestrahlt wurde schaltete ich meinen Fernseher ein und lehnte mich zurück.

Leider hat "You are dead" meine Erwartungen nicht erfüllt. Die Story mag ja gar nicht schlecht sein und am Anfang sieht es auch noch so aus als könnte der Film was werden, aber spätestens nach 35 Minuten wird klar: Dieser Film ist eher schlecht.

Zu Beginn dauert es eine ganze Weile bis der "längste Banküberfall aller Zeiten" (Werbezeile) losgeht. Der Zuschauer wird zunächst einmal in die Handlung eingeführt und lernt die dafür wichtigen Personen kennen. Man sieht wie der Banküberfall von unseren Banditen geplant wird. Hierbei gibt es viele Dialoge. Die erinnern sehr an "Pulp Fiction". "You are dead" macht auf Tarantino, erreicht seine Klasse aber bei weitem nicht. Auch der britische Humor war schon mal besser.

Nach etwa einer halben Stunde ist es soweit. Die Bank wird leer geräumt. Hier fallen kleinere Fehler auf, zum Beispiel haben die Gangster keine Tüte mitgenommen sondern schleppen das ganze erbeutete Geld mit den bloßen Händen (keine sehr schlauen Bankräuber).

Als die Polizei und die andere Gang auftaucht gibt es eine kleinere Schießerei, die aber nicht besonders gut inszeniert worden ist. Regisseur Andy Hurst hätte sich lieber was von John Woo abgucken sollen. So sieht das nicht besonders proffesionell aus.

Die letzt halbe Stunde von "You are dead" ist richtig öde. Bis zu dem Zeitpunkt war er schon nicht wirklich unterhaltsam, aber da entwickelt er sich dann endgültig zur Schlaftablette.

Besonders Rhys Ifans mit seiner kindischen Art und der alberne David Schneider haben mich einbisschen genervt. Überhaupt ist der ganze Film oftmals nicht witzig sondern einfach nur albern.

"You are dead" hat von "Killing Zoe" kopiert. Die Story ist in gewisser Weise ähnlich, doch klar wird es erst wenn einzelne Handlungselemente von "Killing Zoe" genau wieder zu finden sind. Die ein oder andere Szene wurde einfach 1:1 kopiert.

Ein Fehler war sicher den ganzen Film in Rückblenden zu erzählen. So hat man gelegentlich mal Probleme der Handlung zu folgen. Außerdem baut sich dadurch einfach keine richtige Spannung auf. Ich verstehe nicht warum man das Verhör nicht weggelassen und die Story linear erzählt hat, wie das so üblich ist. Wir sind hier nicht bei "Mulholland Drive".

Es gibt noch ein paar kleinere positive Aspekte die "You are dead" vor der kompletten Katastrophe bewahren. So ist zum Beispiel die Tatsache ganz lustig das die Gesetzeshüter hier auf die Idee kommen nicht mit Waffengewalt die Gangster zum Aufgeben zu zwingen, sondern sie solange mit Schlagermusik quälen wollen bis sie freiwillig aufgeben.

John Hurt gehört zu den bekannteren Schauspielern Britanniens und überzeugt hier im Gegensatz zu den meisten anderen Akteuren schon. Viel retten kann aber auch er nicht mehr.

Unter dem Strich ist "You are dead" eher schlecht. Gesehen haben muss man den wirklich nicht.

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