Inhalt:
China, Guangzhou (das damalige Canton), in den 1930er Jahren. In der Stadt herrscht Bandenkriminalität und Korruption, in allen Branchen, und auch bei der Polizei.
Der Tagelöhner Lin Si Hai (Lau Kar Fei aka Gordon Liu) kann zufällig an einer Hafen-Mole den aus Beijing gesandten Polizei-Offizier Zheng Zhi Cheng (Wang Yong) bei einer schieflaufenden Razzia retten. Er bekommt dadurch einen Job bei der Polizei, muss niedere Arbeiten verrichten, steigt aber in der Polizei-Hierarchie schnell auf. Die Polizei ist zutiefst korrupt, und Lin kommt in Kontakt mit den Triaden.
Hier wiederum kann er ebenfalls Fußfassen, und steigt schnell zu einem Gangster-Boss auf. Mit der Gangsterin Sister Bao (Linda Chu) schließt er ein Bündnis, und es kommt zum Banden-Krieg mit Jin Tian Fu (Ku Feng), der mehrere Casinos in der Stadt unterhält.
Sister Bao kommt ums Leben, doch bleibt Lin letztlich siegreich. Aber die Polizei kann durch einen befähigten, eisenhart-kompromisslosen Geheimdienst-Officer (Chan Shen) Lin zu einem letzten, äußerst blutigen Show-Down zwingen.
Kritik:
Gott, war das ein hanebüchener Käse. Und mit 4 von 10 Punkten ist dieses Werk von Regisseur Kuei Chih-Hung, 1982 für die Studios der Shaw Brothers entstanden, noch gut bedient.
Ich sah mir diesen Streifen nun noch einmal an, für diesen Review und weil einer meiner Shaw-Lieblingsstars, Lau Kar Fei (aka Gordon Liu) mitmachte. Die Story ist -durch das hanebüchen-schwache Script- das große Manko, wirr und fast konzeptlos, kurbelte Kuei Chih-Hung seinen Film runter. Es geht um den Aufstieg und Fall eines Tagelöhners, der zu einem Job bei der Polizei kommt, dann zu den Triaden wechselt, und da dann Kariere bis ganz nach oben macht. Interessanter Ansatz, und von "Pirat von Shantung" ("The Boxer from Shantung", siehe mein Review auf dieser Webseite) sozusagen entliehen, aber neu schwach umgesetzt. Die konfuse und letztlich dürftige Handlung ... nervt, ja es kommt gar Langeweile auf, bis dann die satte Baller-Action von allem ablenken und entschädigen soll. Immerhin hievt die brutal-blutige Action, mit hohem Bodycount und Blutzoll, das Filmchen noch auf einige Gnadenpunkte. "Boxer from Shantung" ist klar besser, das sei nur mal nebenbei erwähnt.
An den Darstellungen lag es nicht, die sind noch relativ solide. Lau Kar Fei spielt durchaus souverän seinen Part runter, seine Star-Aura wirkt, letztlich kann er gegen das schwache Script nicht gegenanspielen. Tang Ching als korrupter Officer, wirkt lächerlich, so wie die ganze Polizei-Truppe, und auf Witz machen, funktioniert bei diesem Film ohnehin nicht wirklich. Wang Yong als Beijing-Gesandter, ernsthaft im Spiel, wechselt die Seiten, ja oder? Unmotiviert und verwirrend, so dass das Finale auch von der Handlung hier nicht hinhaut. Okay, die Action muss das dann ausbügelnd irgendwie raushauen.
Chan Shen kann man wenigstens auch noch Ernst nehmen, der greift am Ende durch. Allerdings weiß man auch nicht so recht, ob er dann wirklich zu den "Guten" gehört, da im letzten Drittel des Streifens alles durcheinander läuft. Hon Kwok-Choi, zunächst unterbelichteter Sidekick von Lau Kar Fei, agiert wieder als dämlicher Zappelphilip, tja, der Humor haut in diesem "Eastern" einfach nicht hin und den Zuschauer vom Hocker. Gefallen kann noch Shaw´s Vielfilmer Ku Feng, der cool agiert, aber klar unterfordert ist und fast gelangweilt wirkt.
Die Gangsterin, dargestellt von der äußerst attraktiven Shaw-Actrice Linda Chu, haut zumindest optisch was raus. Ich könnte Linda nur dann von der Bettkante stoßen, wäre ich in Doppel-Ehe mit Cornelia Hütter und Lena Kesting verheiratet.
Das Beste, das einzig Gute an "Godfather from Canton", die Baller-Action, denn KungFu sieht man wenig. Einen Massenfight in Streetfight-Stil, Lau Kar Fei kann einmal sein KungFu zeigen, das war´s, ist also kein richtiger Eastern. Eine Gangster-Klamotte eben, aber die äußerst blutige Baller-Action, im letzten Drittel wildes und rohes MachineGun-Geballer und das Blut strömt aus den Einschuss-Wunden. Damit kann man die Schwächen aber dann nicht mehr übertünchen.
"Godfather from Canton", da hatte man sich als Fan der Shaw Brothers und Lau Kar Feis mehr versprochen. Keine Empfehlung meinerseits, da gehe ich mit den Review-Kollegen von hkmdb.com konform.
4/10, so gerade eben.