Review

Inhalt:

China, nach der bürgerlichen Revolution von 1911. Im Restaurant "Su Ji" arbeitet der etwas trottelige, dafür insgeheim gewitzte und quirlige Qi (Meng Yuen-Man) als Kellner. Qi arbeitet eher ungern und gilt als faul, was seinen Chef, den Restaurant-Betreiber Boss Su (Wang Sha) zur Weißglut treibt.

Su hat indes noch ein ganz anderes Problem: Master Jiu (Lam Fei-Wong), Chef einer Triaden-Gang will das Lokal billig aufkaufen, und sorgt mit seinen Schergen immer wieder für Ärger, Gäste werden vergrault, das Geschirr zerschlagen, und Su terrorisiert. Bis Qi vom Koch des Restaurants, Biao (Yuen Wah), ein paar leichte KungFu-Tricks erlernt. Er bietet daraufhin den Gangstern Paroli, und diese müssen eine Lektion hinnehmen.

Jiu engagiert daraufhin 2 gefährliche KungFu-Fighter, die keinen Spaß verstehen: Flying Dragon (Kwan Fung aka Kuan Feng) und Iron Dragon (Johnny Wang Lung-Wei). Diese interessieren sich vor allem für die KungFu-Technik die Qi zeigte. Diese deutet auf einen Mann hin, mit dem die beiden Fighter noch eine alte Rechnung offen haben. Biao war einst ein Gesetzeshüter, der Flying Dragon und Iron Dragon in die Quere kam. Biao tauchte als Koch im "Su Ji"-Restaurant unter, und die beiden Dragon-Fighter wollen sich nunmehr an ihm rächen.

Qi begegnet indes dem Onkel von Biao, dem trunkenen Bettler Yao Xiao-Tian (Yiu Ping). Dieser ist ein Meister der KungFu-Technik der "Shuai Chun"-Fist, und diese bringt Yao nunmehr Qi bei! 

Es kommt zwischen Biao und den Dragon-Fightern zum Show-Down, in dem auch Qi beherzt eingreift! Wird es den beiden gelingen, diese gefährlichen Kämpfer zu besiegen und somit vor Gericht zu bringen...?

Kritik:

Als Jackie Chan im Jahre 1978 mit "Drunken Master" und "Snake in the Eagle´s Shadow" das Eastern-Genre in eine komödiale Richtung lenkte und damit weltweit großen Erfolg hatte, versuchten die Marktführer in Sachen Eastern in Hongkong, die Studios der Shaw Brothers auf diesen ´Zug´ aufzuspringen. Die Zeit der grimmigen Anti-Helden ala Bruce Lee war vorbei, das Kinopublikum verlangte nach lustig-witziger Unterhaltung, ohne auf die geliebten KungFu-Fights und Acion voller Drive und Körperbeherrschung zu verzichten.

In diesem Sinne entstand auch diese komödiale Produktion, "Coward Bastard", eine locker-lustig unterhalten wollende KungFu-Klamotte aus den Studios der Shaw Brothers, für die Kuei Chih-Hung im Jahre 1980 Regie führte. Ein Streifen ohne große Ambition oder gar Anspruch, schnell und kostengünstig abgedreht und ein reiner Unterhaltungsfilm. 

So sind denn die Erfolgs-Stereotypen der o.g. Jackie Chan-Filme hier verwendet und verwurstet worden, das Tempo ist hoch, der Beginn bis fast zur Hälfte episodisch und natürlich mit viel "Cantonese Nonsense" gewöhnungsbedürftig-albern mit Over-Acting, Slapstick und Chaos in Szene gesetzt. Dazu die Rollen-Stereotypen mit einem trottelig-schusseligen, jungen Helden der erst mal auf die Mütze, dann KungFu beigepuhlt bekommt, einem klammheimlichen KungFu-Künstler als Side-Kick peu a peu quereinsteigend, dann der Sifu ala "Drunken Master"-Verschnitt..., und vor allem die -auch hier vieles rettenden- Villains, die keinen Spaß verstehen und harte KungFu-Fighter sind. 

So muss man als -gerade europider- Easternfan und Anhänger der Shaw Brothers erst mal einiges überstehen, bevor denn auch "Coward Bastard" ernsthafter wird, das Episodische abschüttelt und die KungFu-Fightaction den Streifen aus den Schwächen und plakativen Stereotypen rausprügelt. In hell-klaren Bildern, und typischer Shaw-Atmosphäre, wo "draußen" drinnen ist, fast alles in den Studio-Sets in Szene gesetzt ist, ist man als Fan des Studios behaglich aufgehoben, Kuei Chih-Hung geht alles flott an, verliert sich etwas im Episodischen, nimmt Fäden auf, verliert sie und findet sie wieder, und bekommt noch die Kurve zum zackigen KungFu-Actioner hin, da alles in den rettenden, unvermeidlichen Show-Down mündet.

Meng Yuen-Man ist der Anker in diesem Streifen, der ala Jackie Chan zunächst trottlig-schusselig agiert, ein kleiner Faulpelz der insgeheim gewitzt und quirlig ist. Wie bei Bruceploitation ist es auch bei der Jackieploitation Ende der1970er und eingangs der 1980er so, dass das jeweilige Idol denn unerreicht bleibt, so ist das auch hier. Meng Yuen-Man kann indes eigene Akzente setzen, und man schmunzelt über den agil-zotigen jungen Mann den er hier verkörpert. Meng macht das noch recht ordentlich.

Yuen Wah, aus dem Dunstkreis Jackie Chans und seiner "7 Little Fortunes" ist der gesetztere, ernsthaftere Typus, und die an sich interessantere Figur: Untergetaucht, sich Tarnung als Koch am Wok in einem Gasthaus gebend, war dieser Charakter einst ein Gesetzeshüter, der seinen Häschern dadurch entgehen will. Doch kommt man ihm auf die Spur, als er seine KungFu-Technik weitergibt, eben an jenen Kellner-Typus. Kuei Chih-Hung macht aus dieser interessanten Konstellation fast zu wenig -da Yuen Wah zur Mitte hin fast abtaucht-, aber der Keim zum ernsthafteren Fortgang des Films ist hier immerhin gepflanzt und Yuen Wah darf dann noch zeigen was er kann. Denn er ist ein ausgezeichneter Kampfkünstler und KungFu-Fighter.

Wichtiger noch, und den Streifen in die richtige Bahn lenkend, die Villain-Figuren: Kwan Fung (aka Kuan Feng) und vor allem Shaw´s Schurken-Ikone Johnny Wang Lung-Wei. Kwan Fung hält sich darstellerisch etwas bedeckt, fightet dafür kernig-famos, Johnny Wang Lung-Wei bringt seine Villain-Aura ernsthaft-grimmig hier indes voll ein, und sein athletisch-kraftvoller wie eleganter Kampfstil ist natürlich über jeden Zweifel erhaben. Kwan Fung und Johnny Wang Lung-Wei retten den Film, in die Ernsthaftigkeit und fast knallharte KungFu-Action mit Drive.

Lam Fei-Wong einmal mehr als schmierig-dümmlicher "Bösewicht", soll für Witz sorgen, Yiu Ping ist hier der "Drunken Master"-Verschnitt der eher in einer Zwischen-Episode dafür zu sorgen hat, dass auch dieses Erfolgs-Stereotyp der Chan-Filme mit abgefrühstückt ist, was aber zu den obligatorischen Trainings-Sequenzen führt. Yiu Pings "Drunken Master", weniger die Wein-Buddl als die Nudeln, die aus dem Mund hängen, sollen hier für Schmunzler sorgen, sowie der ganze, etwas skurrile Auftritt. Yau Chui-Ling (aka Yu Tsui-Ling) als Meng Yuen-Man auflaufen lassende Helferin im Restaurant, und die hübsche Lai Kit, haben die zu vernachlässigenden weiblichen Rollen in dieser KungFu-Klamotte.

Wichtigstes und den Film rettendes, die KungFu-Fightaction, die von der Kampfkunst, dem klassischen KungFu von Yuen Wah und Johnny Wang Lung-Wei lebt. Wie immer bei den Shaw Brothers, rasant-dynamisches KungFu, und vor allem der Endfight als Vierer-Kampf-Ballett mit Wang Lung-Wei, Yuen Wah, Kwan Fung und Meng Yuen-Man bringt "Coward Bastard" mit kernigem Drive rettend ins Ziel. Zuvor gibt es noch einige starke Kampf-Szenen und das Training mit "Drunken Master" Yiu Ping, was hätte länger und innovativer ausfallen können, das "Gehöft auf freiem Feld auf dem Lande" fehlte hier fast schmerzlich. Dennoch, die KungFu-Fightaction reißt vor allem in den letzten 5 Minuten mit dem o.g. Kampf-Ballett "Coward Bastard" aus dem Feuer.

"Coward Bastard" kann man sich als Freund lustig sein wollender Eastern und Komplettist von MA-Filmen der Shaw Brothers "für Zwischendurch" antun, und wird dabei insgesamt noch passabel unterhalten. Recht knappe, etwas wohlwollende 6 von 10 Bewertungspunkten kann sich "Coward Bastard" vor allem in den letzten Minuten noch redlich erfighten. 

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