Review

Dies ist also der Abschluss der Masutatsu-Oyama-Reihe. Als letzter Teil der Reihe verdient der Film 5 von 10 Punkten ... als Chiba-Action-Streifen jedoch mehr. Der Regisseur bleibt in allen Filmen gleich und doch vollzieht sich zwischen den ersten beiden und diesem Teil ein Bruch.
Oyama wirkt hier recht oberflächlich, von innerer Zerrissenheit keine Spur und die tragische Beziehung zu seiner "Freundin" wird auch nicht weiter geführt. Was bleibt ist der Name des Protagonisten und sein Konflikt mit der Karategemeinschaft Japans, der jedoch nur zu Beginn und zum Ende eine kleine Rolle spielt.

Zu Beginn des Films stattet Oyama wieder einmal einem Dojo einen Besuch ab, um zu demonstrieren, dass das moderne Karate im Vergleich zu seinem Stil Müll ist (Oyama darf nicht offiziell käpfen, was ein Problem dafür darstellt, von seinem Können zu profitieren). Der Kampf gegen 100 Schüler und schließlich gegen den Meister ist unglaublich klasse, einfach fantastisch.
Oyama bekommt in einer Bar ein Angebot: Auf Okinawa soll er mit einigen anderen Japanern für Geld gegen einige Amerikaner (Ringer bzw. Wrestler) kämpfen, um für die dort stationierten GIs etwas Unterhaltung zu bieten. Auf Okinawa stellt sich heraus, dass die Kämpfe abgesprochen sein sollen ... die Amis sollen gewinnen. Dies macht sich vor einem amerikanischen Publikum etwas besser. Oyama und einem Judika fällt dies etwas schwer und schließlich schafft es Oyama auch nicht, sich in letzter Konsequenz auf dieses Spiel einzulassen. Das japanische Gangster-Syndikat hinter den Kämpfen ist folglich alles andere als erfreut. Sie werden gefeuert und Oyama beschließt wieder auf die Hauptinsel Honshu zurück zu kehren. Dies scheitert jedoch daran, dass er von einer Gruppe von Waisenkindern bestohlen wird, mit denen er sich schließlich anfreundet und denen er hilft. Außerdem lernt er die Schwester eines der Jungen kennen, die an TB leidet. Um ihr das notwendige Penicillin zu kaufen, begibt er sich zu den Gangstern und bittet um einen neuen Kampf und eine Bezahlung im Voraus (zum Bearfighter ergeben sich folglich gewisse Parallelen, dennoch wirkt Oyama nicht so wie in den anderen Teilen). Sie lassen sich tatsächlich darauf ein, doch Oyama schafft es erneut nicht, sich auf dieses Spiel einzulassen. Dies müssen einige Vertraute Oyamas büßen, was dem Helden Anlass zur Vergeltung gibt.
Es folgt ein actiongeladener Showdown (der Meister aus dem zu Beginn besiegten Dojo erscheint hier auch noch einmal, was etwas unmotiviert wirkt), der in einem Kampf in einem Spiegelsaal gipfelt (da hat wohl wer "Enter the Dragon" gesehen und für gut befunden). Die Sequenz steht den anderen Teilen in der gesamten Umsetzung klar entgegen. Vielleicht empfanden es die Macher mit Blick auf die Kinokassen als besser, einen entschiedeneren Actionfilm als Abschluss zu drehen und kein weiteres Actiondrama. Ich finde es irgendwie schade, kann den Film aber auch so vile abgewinnen, die Action stimmt schließlich.
Die Kämpfe sind wie zu hoffen war knallhart, wobei die Knochen sehr viel lauter knacken bzw. krachen als in den Vorgängern. Die Sequenzen gegen die amerikanischen Wrestler sind ebenfalls hart, auch wenn das Wrestlinggehampel mir persönlich zu affig ist. Deren Darstellung ist jedoch auch sonst nicht sehr schmeichelnd (hässlich und hinterhältig). Amerikaner kommen aber letztendlich in japanischen 70er-Streifen, die in der Besatzungszeit spielen, selten positiv weg. Ach ja, befremdlich ist auch die 70er-Mode in den 50er-Jahren der Handlung (dies war aber auch in den Vorgängern bereits der Fall).

Sehenswerter Chiba-Actionkracher (in diesem Sinne die Bewertung). Als Fortsetzung der beiden ersten Oyama-Teile ist er jedoch leider etwas schwach.

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