Inhalt:
Japan... 1952..., noch immer ist das Land von den Wunden des 2. Weltkriegs gezeichnet.
Und Mas Oyama (Sonny Chiba), ein absoluter Meister des Karate..., geht weiter seinen eher unsteten Lebensweg, ohne Ziel und richtige Konstanten.
Er arbeitet als Bodyguard und Schläger für die Yakuza-Bosse..., und stattet aus Frust diversen Karate-Kampfschulen einen "Besuch" ab, um den jeweiligen Sensei der Schule herauszufordern.
So geschieht dies auch im Dojo des Meisters Yunajima (Masashi Ishibashi).
Oyama tritt erst gegen die 100 Studenten dieser Schule an..., dann wird Yunajima von Oyama in einem brutal geführten Kampf schwer verletzt...!
Oyama..., er begnet den Yamashita-Brüdern..., diese sind Wrestler, die auf Okinawa diesen Show-Fights nachgehen.
Der jüngere der beiden Yamashita-Brüder, Shu Yamashita (Kojiro Hongo)..., ist im Geiste wie Oyama: Wenn, dann kämpft man ehrlich, zu Ehren seiner Kampfkunst, zeigt Härte und Ernsthaftigkeit.
Doch werden diese "Kämpfe", dieses Wrestling, "frisiert", der Ausgang dieser Fights wird vorherbestimmt, eine abgekartete Angelegenheit.
Doch Oyama geht mit nach Okinawa..., als die "Three Yamashita Brothers" tritt er neben den wahren Brüdern in fast lächerlichen "Kämpfen" an.
Doch zeigt Oyama sein wahres Gesicht..., er kann bei dieser Show nicht mitspielen, und der Gegner wird hart getroffen und besiegt.
Der ältere Bruder gibt Oyama das Rückflug-Ticket..., er soll wieder ins Main-Land Japans..., auf die Hauptinseln zurückkehren.
Das will auch Oyama..., doch werden ihm seine Sachen entwendet.
Straßenkinder..., Waisen-Knaben... minderjährig..., schlagen sich mit Diebstählen durch, sie verloren ihre Eltern im Krieg.
Einer von ihnen ist Kazuo..., er und seine Schwester, eine drogenabhängige Prostituierte, sie werden zu Oyama´s Schutzbefohlenen.
Doch kann er die junge Dame nicht retten..., sie kommt später durch die Gangster, die auch die Wrestling-Matches frisieren, zu Tode.
Oyama laufen auch wieder die Yamashita-Brüder über den Weg, sie treten wieder als Wrestler miteinander an..., und wieder wird der Gegner von Oyama brutal vermöbelt, entgegen der Absprachen.
Die Gangster wollen nunmehr Oyama töten..., doch fällt zunächst der Ältere der Yamashitas diesen zum Opfer.
Seite an Seite mit Shu Yamashita, dem Jüngeren der Brüder..., sucht Oyyma die endgültige Entscheidung..., den Show-Down mit allen Yakuzas.
Es kommt zum mit äußerster Brutalität geführten Endkampf..., und Oyama bekommt es neben den Gangstern noch mit einem überaus gefährlichen Gegner zu tun..., die Vergangenheit holt Oyama einmal mehr wieder ein.......
Fazit:
Mit "Mas Oyama - Karate for Life" fand die Oyama-Trilogie im Jahre 1977 ihren Abschluss.
Sonny Chiba zeichnete in dieser Trilogie, wohl äußerst locker -wenn überhaupt- angelehnt an den Tatsachen, das Leben in den Jahren 1949-1952 seines einstigen Sensei Mas Oyama nach.
Und Regisseur Kazuhiko Yamaguchi bleibt seinem Stil auch in diesem abschließenden dritten Teil des Serials treu.
Episodenartig..., ja eher in Fragmenten die fast inkohärent aneinandergereiht werden, erzählt auch dieser Karate-Actioner die Story eines Mannes, der von innerer Zerrissenheit und brüchiger Männlichkeit geprägt ist.
Mas Oyama..., Sonny Chibas Figur hier..., er liebt Karate mehr als alles andere, sieht diese Kampfform nicht als "Sport", sieht in ihr eher Härte und Strenge... beides muss nach seiner Auffassung in diese Art des Kämpfens einfließen.
Doch Karate ist in jenen Jahren dabei..., Regeln unterworfen zu werden, die die Gewalttätigkeit dieser Kampfform kanalisieren sollen.
Und damit kommt Oyama schwer klar.
Wodurch auch sein Leben unstet und fast ziellos und ohne richtige Konstanten abläuft. Auch in diesem Film wird dies dargestellt, was aber auch die Story zwischen Episoden und Fragmenten springen lässt.
Die Bilder sind wieder hell und klar..., die Optik ist stark fotographiert..., auch melancholische Szenen werden gut eingebettet.
Als Chiba die junge Dame, eine von Drogensucht gezeichnete Prostituierte, ...als er ihre Leiche am Strand auf Händen trägt und dann beisetzt, begleitet vom traditionellen Gesang einer Sängerin und den Klängen der Koto...., da hat man einen Kloß im Hals.
Auch die Schluss-Szene als Chiba im schummrigen Licht einer untergehenden Sonne auf einem pittoresken Felsen eine Kata vollführt... ist beeindruckend.
Bildkompositorisch ist auch dieser Film, wie die gesamte Trilogie, durchaus bestechend.
Und das Finale im Finale..., im Spiegelkabinett..., ein klare Reminiszenz an Bruce Lee´s "Enter the Dragon"... für viele ja DER Kult-Eastern schlechthin. Regisseur Yamaguchi ´verfeinert´ in seinem Film fast diese ´geliehene´ Sequenz...!
Alles lebt von Sonny Chiba..., seiner ja auch kraftvollen Darstellung einer Figur die von brüchiger Maskulinität geprägt ist, und letztendlich mündet dieser Streifen doch noch zielstrebig und schlüssig in knapp 15 Minuten Karate-Action-Total in seinem Schluss-Segment.
Sonny Chiba..., seine asthmatische Stimme, seine Aura, seine Power..., und sein vollendetes Karate, seine Technik..., sein eleganter Kampfstil, das haut alles raus. Deshalb sieht man sich dieses Serial an, deshalb ist die Oyama-Trilogie ein Highlight seiner Film-Kariere.
Der Macho..., zeigt auch eine weiche, ja soziale (!), Seite..., Waisen-Jungs, Straßenkinder, einer von ihnen wird zu seinem Schützling, und dessen Schwester, eine Prostituierte, rumgeschubst von den Yakuzas, wird von Chiba protégiert, obgleich seine Figur selbst ja brüchig ist.
So kann er sie nicht vor ihrem Schicksal bewahren.
Zuvor..., weiß der Anti-Held denn nicht mehr weiter..., ausgerechnet Wrestlern schließt er sich an.
Kann man beim Karate oder Boxen noch erwarten, eine ernsthafte Auseinandersetzung, einen echten Kampf, zu erleben, ist das beim Wrestling bei weitem nicht der Fall.
Und ausgerechnet einer wie er, soll frisierte, abgesprochene Fights bestreiten...???
Das kann nicht gut gehen..., und ist mit der Figur Oyamas nicht vereinbar.
So MUSS es zum Konflikt kommen..., und die Yakuza verstehen da keinen Spaß..., so wird denn die Gewalt in diesem Streifen motiviert, und Chiba zur Kampf-Sau.
Wrestling..., das passt nicht zu Oyama..., der diese Clownerie nicht erträgt.
Und dem Betrachter geht es genauso.
Und einer schließt sich Chiba an..., Kojiro Hongo..., die beiden werden fast zu Buddies.
Ernst, fast nihilistisch..., so agieren sie..., Schluss mit lustig. Mir gefiel Hongos Darstellung, er spielt überzeugend.
Überhaupt sind die Darstellunen intensiv..., verbissen arbeiten sich die Akteure in ihre Rollen..., und Masashi Ishibashi, "Villain vom Dienst" in den Werken Chibas, für ihn gilt das natürlich insbesondere.
Die beiden sind schon so was wie ´klassische Rivalen´... im Sushi-Eastern-Sektor.
Die Karate-Action..., die Gewalt in diesem Streifen..., wieder ist sie knallhart, dynamisch, intensiv...., es brechen die Knochen, es läuft das Blut.
Schreiend dreschen die Akteure aufeinander ein, Chiba fightet wie Bruce Lee..., da gibt es keine langen Schlag-Block-Kämpfe, und doch sind die Fights technisch hochklassig, dynamische Sprung-Tritte in Vollendung inklusive.
Chiba stellt sich in einem furiosen Opening gleich 100 Kämpfern..., und am Ende ´stürmt´ er zusammen mit Hongo die Residenz des obersten Villain.
Beide..., insbesondere natürlich Chiba..., stellen sich immer neu auftauchenden Kämpfer-Gruppen..., dann trifft Chiba auf einen überraschenden Gegner, und schließlich geht es ins Spiegelkabinett..., zum fintieren..., zum kalt töten.....
Alles nicht schlecht..., und den Sushi-Eastern-Fan mehr als passabel unterhaltend.
Doch ist "Mas Oyama - Karate for Life" der "Schwächste" Film der Trilogie, hatte sich hier schon etwas die Figur Oyamas verbraucht.
Die ersten beiden Teile..., vor allem "Karate Bullfighter", hatten die Messlatte sehr hoch gelegt, das muss man allerdings einräumen.
Doch man bekommt mit "Mas Oyama - Karate for Life" immer noch einen eisenharten Karate-Actioner geboten..., mit Sonny Chiba in Hochform, intensiven Darstellungen, kerniger Optik und knackiger Action mit Drive.
6,5/10.