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Da treffen also zwei Koryphäen des deutschen Films aufeinander, bei dieser „Bluthochzeit“. Auf der einen Seite Uwe Ochsenknecht, auf der anderen Seite Armin Rohde. Das muss ja allein bei diesen beiden Schauspielern schon ein Vergnügen werden, denkt sich der geneigte Zuschauer. Und was einem im Rahmen dieser Hochzeitsfeierlichkeit geboten wird, erweist sich zu Beginn als Freudenfest und im Nachhinein dann doch irgendwie als bittere Enttäuschung.

Die Hochzeit seines Sohnes Mark (Arne Lenk) will der wohlhabende Hermann Walzer (Armin Rohde) auf dem Landgasthof von Franz Berger (Uwe Ochsenknecht) gebührend feiern. Doch bereits die Vorspeise bringt den Vater des Bräutigams auf die Palme. Verdorbene Shrimps verwandeln die Idylle der Eifel in einen Kriegsschauplatz. Ausgefochten wird dieser Krieg zwischen Berger und Walzer. Wenn nötig, bis zum letzten Tropfen Blut.

Diese Hochzeit beginnt eigentlich noch ganz nett. So baut sich Rohde sein Image als nörgelnder Bräutigams-Vater, der immer seinen Willen durchsetzt, richtig schön unsympathisch auf und auch Ochsenknecht überzeugt als bedeutend sympathischerer Koch des Restaurants in der Eifel. Der Streit, der schließlich in einer Art Krieg endet, wirkt zwar etwas aufgesetzt, aber darüber schaut man zu Beginn noch gerne hinweg; schließlich erwartet man ja zu diesem Zeitpunkt noch ein wahres Komik-Feuerwerk. Dieses wird auch durch eine recht komische Handgranaten-Szene entzündet, lodert aber letztendlich nur noch müde vor sich hin.

Außer Rohde und Ochsenknecht findet man bei diesem süffisant debilen Stück deutscher Kinokost eigentlich „nur“ Schauspieler aus der B-Riege des deutschen Kinos, die zwar ihre Sache recht passabel rüberbringen, jedoch den letzten Funken der Begeisterung nicht auf ihr Publikum übertragen können. Und auch die beiden „Großen“ in diesem Ensemble bleiben eher blass, als dass sie hier glänzen können.

Nebenschauplätze baut sich der Film dabei zur Genüge auf, diese werden aber nur in den seltensten Fällen zu Ende gebracht (bzw. zu Ende gedacht). Das ist auch der Punkt, an dem der Kreis seinen eigenen Schluss nicht findet: statt sich auf eine geradlinige Spannungs- und Charakterentwicklung auf den Hauptschauplätzen zu konzentrieren, schwenkt „Bluthochzeit“ viel zu oft auf (meist) unwichtige Nebenschauplätze um, lässt dabei die Haupthandlung vollkommen außer Acht, um schließlich wieder irgendwo in der eigentlichen Handlungen vergeblich Anschluss zu suchen. Seinen Höhepunkt in dieser Inkonsequenz des Drehbuches findet der Film in seinem Schluss, der zwar an und für sich nicht überraschend ist, jedoch den Zuschauer irgendwie dann doch vollkommen unvorbereitet trifft. Denn anstatt auf das Ende hin zu arbeiten, setzt man eine jähe Zäsur, die kurzerhand im Abspann endet.

Hätte man die Entwicklungen „nebenan“ stark eingedämmt und dafür konsequent den Haupthandlungsstrang verfolgt, hätte aus der „Bluthochzeit“ eine wirklich gelungene deutsche Komödie werden können, die durch ihren schwarzen Humor das Publikum begeistert hätte. So wurde daraus leider nur ein Film unter vielen. Eine deutsche Komödie, die wir schon hundertfach gesehen und auch wieder vergessen haben. Letztlich kann man sagen, dass „Bluthochzeit“ wie die Eifel ist: Die einen finden sie schön und aufregend, die anderen wiederum finden sie karg, langweilig und ereignislos. Zumindest im Falle von „Bluthochzeit“ muss ich mich eher auf die negative Betrachtungsweise schlagen: zwar ist „Bluthochzeit“ kein langweiliger Film, aber dennoch ist er irgendwie karg und ereignislos. Und das darf ein Film nun mal nicht sein, wenn er gefallen will, daher nur 5,5 von 10 Punkten.

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