Netter Mix aus Roadmovie und Vampirfilm, dem trotz seiner Kürze ein wenig die Würze fehlt.
Vampire leben im neuen Jahrtausend nicht mehr in Särgen, sondern in Kofferräumen von Autos. Nachts gehen sie auf den Highways und den daran grenzenden Motels auf Beutejagd. Die Gebissenen verwandeln sich innerhalb von 7 Tagen zu Vampiren. Aufhalten kann man das nur, wenn man den Vampir tötet, der zubiss. Sean fährt von Los Angeles nach Miami, um der Hochzeit seiner Schwester beizuwohnen. Als er den Vampirjäger Nick mitnimmt gelangt er in ein höllisches Abenteuer. Ein Obervampir hat es auf sie abgesehen, nun versuchen sie heiligen Boden zu erreichen. Denn nur dort können sie ihn töten.
Der Anfang beginnt recht harmlos mit einer Autoüberführung. Leider braucht der Film etwas zu lange, um in Fahrt zu kommen. Ein Anfangsaufhänger wie zum Beispiel ein Vampirüberfall auf ein Opfer wäre nicht schlecht gewesen. Da hätte der Zuschauer Lust auf mehr bekommen. So muss aber erst mal der Vampirjäger Nick eingeführt werden. Nachdem man dann endlich ein Opfer findet und es als Lockmittel benutzt (John Carpenters Vampire lässt grüßen) entwickelt sich eine nette Jagd auf dem Highway, der in einem blutigen Showdown endet. Leider hat der Streifen aber hin und wieder ein paar kleinere Ungereimtheiten (Wieso räuchert Nick nicht die anderen Vampire aus? Er weiß doch, dass sie ins Motel gegangen sind)
Viele verschiedene Musikstile wurden hier genutzt. Zum einen besitzt der Film mehr- oder weniger harte Rockklänge, die sich zwar gut anhören aber zum Roadmovie in der Wüste nicht recht passen wollen und ein wenig oft fehl am Platze wirken. Pluspunkte wird aber bei der an „Tito & Tarantula“ erinnernde Musik gemacht, passt halt zu Wüste. Gut gelungen sind auch die unheimlichen Untertöne (Rascheln im Motel).
Der Funken will bei „The Forsaken“ einfach nicht recht überspringen. Zu bieten hat der Film zwar das gleiche Vampirumfeld, dass schon „From Dusk Till Dawn“ und „John Carpenters Vampire“ erfolgreich nutzten, doch besitzt der Film nicht dessen Qualität. Obwohl er gut kopiert. Zum einen fehlen mir die klaren Gut/Böse Figuren in die man sich als Zuschauer hineinversetzen kann und mit denen man mitfiebert. Die Riege von ausstrahlungslosen recht jungen Schauspielern lässt einen vermuten im x-ten Teeniehorrorfilm gelandet zu sein. Einzig und allein die netten Goreeffekte erinnern den Zuschauer an einen Vampirfilm. Die können sich dann auch meist sehen lassen. Besonders die „Schrotflinte aus Kofferraum“ und „Herz in der Hand“ Szenen sehen Klasse aus. Dafür sieht das Gesicht, dass dem schwarzen weiblichen Vampir weggeschossen wird wie ein nasser Lappen aus. Die Action ist leider recht unspektakulär, bis auf ein paar gut inszenierte Autojagden und die finale (nicht unbedingt spannende) Schiesserei passiert auch nicht viel. Pluspunkte sammelt der Film mit ein paar sehr hübschen Landschaftsaufnahmen, die aber natürlich nur Nebensache sind. Mir fehlt in diesem Film vor allem das Mystische, Geheimnisvolle oder Unheimliche, dass die Vampire in den meisten Filmen umgibt. Ein wenig Blut saugen und böse gucken reicht hier einfach nicht. Da hilft auch die Vampiregeschichte im Schnelldurchlauf nicht. Gut gefallen haben mir auch ein paar toll geschnittene Szenen. Vor allem Seans erste nacht im ersten Motel gefiel mir gut. Leider ist aber das Gesamtbild kaum über Durchschnitt, das mag auch an den Dialogbrei liegen. Wo bleibt mal ein cooler Spruch oder ein knalliger Dialog?
Wie oben schon erwähnt besteht der Film zum großen Teil aus unverbrauchten jungen Darstellern. Das eine oder andere Gesicht kennt man aus „Final Destination“ oder Sean zum Beispiel als Schwuler aus „Dawsons Creek“. Leider bleiben uneingeschränkt alle ziemlich blass. Keiner der mal das Filmzepter schwingt und sich hervortut. Schade drum, eventuell eine Chance vertan. So recht gefallen will mir die Besetzung nicht.
Fazit:
Ein paar nette Goreeffekte und stellenweise gute Musik können die Schwächen nicht völlig übertünchen. Der Film braucht ein wenig bis er in Fahrt kommt, die Schauspieler sind nicht sonderlich gut. Lahme Dialoge und eine schlechte Nutzung des Vampirmythos trüben das Gesamtbild leider auch. Lieber die Vorbilder „From Dusk Till Dawn“ und „John Carpenters Vampire“ gucken. Da wird man besser unterhalten.