Vampire gehören schon seit jeher zu den beliebtesten Kreaturen des Horrorgenres. In unzähligen Filmen haben sie sich in die Hälse ihrer Opfer zerbissen. Mal im klassischen Gewand, mal in einen modernen und hippen. Zur letzten Gattung gehört das Roadmovie „The Forsaken“.
Story: Um zur Hochzeit seiner Schwester zu kommen, entschließt sich Sean einen Mercedes zu überführen. Auf seinen Weg quer durch das Land trifft er auf den Anhalter Nick. Nach anfänglichen Bedenken nimmt Sean Nick mit. Als die beiden auf in einer Gaststätte auf die verwirrte Megan treffen versuchen sie ihr zu helfen. Allerdings ist Megan mit einem Vampirvirus infiziert und beißt Sean. Daraufhin erzählt Nick das er ein Vampirjäger sei und den Vampir sucht die ihn, Megan und sich selber gebissen hat. Wenn er stirbt, dann stirbt das Virus ab. Mit Megans Hilfe versuchen Sean und Nick den Obervampir zu finden und ihn zu töten.
„The Forsaken“ erfindet das Vampirgenre sicher nicht neu, ist aber einer meiner absoluten Lieblingsfilme und macht einfach Spaß. Regisseur J.S. Cardone, der auch das Sequel zu 8MM gedreht hat, nimmt das klassische Vampirthema und verpackt es in einen modernen Look. Dabei verzichtet er auf einige der klassischen Vampircharakteristika wie die spitzen Schneidezähne, ersetzt sie aber durch neue Eigenschaften wie den übertragbaren Vampirvirus oder der Tatsache das man den Obervampir nur auf geheiligten Boden töten kann.
Die Spannungskurve lässt zwar stellenweise ein bisschen zu wünschen übrig, tut dem Spaß aber keinerlei Abbruch. Dieses Manko wird locker durch einige atmosphärische Bilder wieder wettgemacht. Untermal wird der Film von einem gelungenen Rocksoundtrack mit Stücken von „Eve 6“ oder „Nickelback“. Ein Stilmittel was sich Cardone den ganzen Film hindurch bedient sind die schnellen Schnitte welche in den kurzen Rückblenden und bei den Gewaltszenen zur Geltung kommen.
Denn wie es sich für ein zünftiges B-Movie gehört kommen auch Blood & Boobs nicht zu kurz. Sowohl die beiden Jäger, als auch die Vampire gehen schroff zu Werke. Platzende Köpfe, herausgerissene Herzen oder explodierende Vampire sollten jeden Gorehound zufrieden stellen. Auch wenn die Freigabe durch die SPIO/JK was anderes vermuten lässt, hält sich der Härtegrad doch in Grenzen. Auch der Nudityfaktor ist für eine solche Produktion nicht von schlechten Eltern. So darf die niedliche Izabella Miko gleich mehrmals ihren nackten Körper präsentieren.
Besetzt ist der Film mit vielen Jungstars. Sean wird verkörpert von Kerr Smith, welche der Seriengemeinde als schwuler Jack auf „Dawsons Creek“ bekannt sein sollte. Vampirjäger Nick wird ebenfalls von einem Seriendarsteller gespielt und zwar von Brendan Fehr. Dieser hatte eine der Hauptrollen in der Alien-Teen-Serie „Roswell“ und kurze Auftritte in Filmen wie „Final Destination“. Den weiblichen Part füllt die junge Polin Izabella Miko aus, welche bereits in „Coyote Ugly“ zu sehen war. Der Obervampir wird durch Johnathon Schaech zum Leben erweckt. Dafür dass der Film keine großen schauspielerischen Qualitäten verlangt machen sie alle ihre Sache ausgesprochen gut und bieten eine solide Leistung.
„The Forsaken“ gehört zu meinen absoluten Lieblingsfilmen und ich kann schon gar nicht mehr zählen wie oft ich ihn mir schon angesehen habe. Der Film macht auch nach dem 10. ansehen immer noch Spaß. Das verdankt der Film nicht zuletzt den unverbrauchten Jungstars und den gut platzierten Splatterszenen. Ich liebe diesen Film. 10/10 Punkte