Seit den Erfolgen von „Blade“ und der TV-Serie „Buffy“ war das Vampirgenre wieder im Kommen und J.S. Cardone steuerte für den direct to video Markt „The Forsaken“ bei.
Sean (Kerr Smith) soll ein Auto von Los Angeles nach Miami überführen und auf dem Weg noch zur Hochzeit seiner Schwester gehen. Auf dem Weg hat er eine Reifenpanne und nimmt aus Geldnot den Anhalter Nick (Brendan Fehr) mit, da dieser den Sprit bezahlt. Doch bald häufen sich die Omen, dass seltsames im Busch ist: Sean hat Visionen, Nick verhält sich teilweise merkwürdig und eine Gruppe junger Leute, denen sie Starthilfe geben, machen Sean Angst. Der Zuschauer ahnt freilich, was los ist, denn immerhin ist dies ja ein Vampirfilm, aber nett gemacht ist die Einführung schon.
Als die beiden auf die verwirrte Megan (Izabella Miko) stoßen, klärt Nick Sean auf: Es gibt Vampire und Megan ist einer ihrer Opfer. Als Vampirjäger will Nick das Mädchen benutzen, um den Blutsaugern eine Falle zu stellen...
Originell ist „The Forsaken“ nicht unbedingt, stoppelt man doch hier Motive aus bekannten Vampirfilmen wie „Near Dark“ (Vampire on the Road), „Blade“ (Vampirismus als Krankheit) und „John Carpenters Vampire“ (Gebissene als Köder und Peilsender für Vampire) zusammen. Auch hier haben die Vampire menschliche Diener, wie dereinst schon Dracula, die Fahrer bei Tag spielen müssen, während die Blutsauger im Kofferraum hausen. Und natürlich muss auch der Satz fallen, dass Vampire nicht so seien wie in den Filmen.
Doch abgesehen von diesem Mangel bietet „The Forsaken“ recht gute B-Film-Unterhaltung. Er ist recht flott gemacht mit seiner Laufzeit von etwas weniger als 90 Minuten, passend zum Highwaythema gönnt sich der Film wenige Verschnaufpausen und lässt das Trio aus Sean, Nick und Megan abwechselnd Jäger und Gejagte geben. Am Happy End ist natürlich kein Zweifel, doch es stellt sich die Frage, wer wohl auf der Strecke bleiben könnte. Zudem ist der Kampf Mensch contra Vampir so schnittig gemacht, dass „The Forsaken“ trotz mangelnder Originalität Kurzweil bietet.
Für einen niedrig budgetierten Film hat „The Forsaken“ auch einige Schauwerte zu bieten. Die Action kommt in Form kleiner Auseinandersetzungen und Verfolgungsjagden und kann sich sehen lassen, ein paar nette Gore-Effekte hat „The Forsaken“ auch zu bieten. Diese sind nicht übertrieben hart (die SPIO/JK-Freigabe verwundert etwas), aber ordentlich getrickst. Auch sonst ist „The Forsaken“ modern gemacht, im Hintergrund tönt Rockmusik von Bands Nickelback und Coal Chamber und Obervampir Kit (Johnathon Schaech) stimmt sogar ein paar Zeilen von „Enter Sandman“ an.
Kerr Smith und Brendan Fehr geben ein ordentliches Duo aus zuerst Ungläubigem und toughen Vampirjäger im Jugendalter ab; keine Glanzleistungen, aber für direct to video Verhältnisse recht gut. Johnathon Schaech ist als Vampirchef recht charismatisch, während Izabella Miko darstellerisch schon etwas abfällt. Die Nebendarsteller sind ganz solide, bleiben aber kaum im Gedächtnis.
Alles in allem hat „The Forsaken“ wenig neue Ideen, setzt Altbekanntes aber recht temporeich um und qualifiziert sich so als nette direct to video Unterhaltung mit ein paar ordentlichen Schauwerten. Und ein Metallica zitierender Obervampir hat ja auch was.